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Fußball

"Ich bin ein besserer Fußballer geworden"

Nuri Sahin ist auf Leihbasis zu seinem Heimatverein Borussia Dortmund zurückgelehrt. Sahin hatte den BVB vor zwei Jahren als einer der überragenden Akteure zum Meistertitel geführt.

Es ist DER Top-Transfer zum Rückrundenstart in der Bundesliga und die Dortmunder setzen damit durchaus ein Zeichen in Richtung Tabellenführer Bayern München: Der "verlorene Sohn" Nuri Sahin kehrt zurück zu seinem BVB. Die ersten Gerüchte gab es vor einer Woche, das erste positive Signal von Real Madrid an Borussia Dortmund vor 48 Stunden und dann ging alles ganz schnell. Der türkische Mittelfeldspieler wird zunächst bis Ende Juni 2014 ausgeliehen, vertraglich ist er noch bis 2017 an Real gebunden. Doch es besteht eine Kaufoption für den BVB.

"Ich bin überglücklich, wieder zu Hause zu sein, eigentlich wollte ich immer wieder zurück nach Dortmund", erklärte Sahin auf einer Pressekonferenz in Dortmund. Das Eigengewächs des BVB hatte seit 2001 in der Jugend für die Dortmunder gespielt und mit 16 Jahren und 335 Tagen als jüngster Fußaballer aller Zeiten sein Debüt in der Bundesliga gegeben. In den Statuten wird er auch als jüngster Bundesliga-Torschütze geführt: Seinen ersten Treffer erzielte Sahin im Alter von 17 Jahren, zwei Monaten und 21 Tagen.

Stammspieler beim BVB, aber glücklos im Ausland

Der 24-Jährige war 2011 für eine Ablösesumme von stolzen zehn Millionen Euro zu Real Madrid gewechselt und anschließend an den FC Liverpool ausgeliehen worden, konnte sich aber bei beiden Vereinen nicht durchsetzen. Oft warfen ihn zudem Verletzungen zurück. Man solle die Erwartungen jetzt nicht sofort zu hoch schrauben, warnte deswegen Sportdirektor Michael Zorc.

Bei der Dreifachbelastung der Dortmunder durch Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League hilft ein Spieler wie Sahin, der den Verein und die meisten seiner Mitspieler bereits kennt, dennoch weiter – selbst, wenn er zunächst von der Bank kommen sollte. Eine Win-Win-Situation für alle. Deshalb gab es überall nur strahlende Gesichter, auch bei Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der klar stellte, dass Sahin durchaus auf viel Geld verzichte, was deutlich macht, wie sehr er sich seine Rückkehr gewünscht hat. "Wir haben ihm schon bei seinem Abschied gesagt: Wenn Du zurück willst, ist die Tür immer offen."

Regelmäßiger Kontakt nach Dortmund

Der Kontakt zu den Mannschaftskollegen sei nie abgerissen, erzählte Sahin. "Ich hatte zwei bis drei Mal die Woche Kontakt zu den Jungs und habe mit ihnen regelmäßig online Playstation gespielt." Er freue sich riesig auf die alten und auch die neuen Kollegen und die Dortmunder Fans. "Nur in Dortmund kann ich mein Potenzial zu 100 Prozent abrufen, nur hier funktioniere ich richtig."

Nuri Sahin im Liverpool-Trikot. (Foto: Clive Brunskill/Getty Images)

Nuri Sahin war zuletzt an den FC Liverpool ausgeliehen.

Obwohl der in Lüdenscheid geborene Profi im Ausland kaum Einsatzzeiten hatte, habe er sich fußballerisch weiterentwickelt, sagt er. "Kicken kann ich schon noch. Ich bin ein besserer Fußballer geworden, denn ich habe mit den besten Spielern der Welt auf meiner Position zusammengespielt." Nicht nur als Fußballer sei er gereift, auch als Mensch. "Ich bin zwischenzeitlich Vater geworden, wir sind auch als Familie gereift, meine Frau und ich mit meinem Sohn."

Zweite Heimkehr

Sahin kehrt bereits zum zweiten Mal zum BVB zurück – 2007 war er für ein Jahr zum niederländischen Club Feyenoord Rotterdam ausgeliehen worden. Nach seiner Rückkehr wurde er unter Trainer Jürgen Klopp zum Stammspieler und holte 2011 den deutschen Meistertitel.

Sahin kam in dieser Saison für den FC Liverpool nur in der Europa League zum Einsatz und ist damit für Dortmund in der Champions League spielberechtigt. Es kann also losgehen mit der Titeljagd. Und noch eine gute Nachricht konnte der BVB am Rande der Pressekonferenz vermelden: Die Borussia gab bekannt, den Vertrag mit Verteidiger Marcel Schmelzer bis 2017 verlängert zu haben.