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Doping

IBU verzichtet auf Doping-Kollektivstrafe

Der Biathlon-Weltverband IBU sperrt zwei russische Olympia-Starter von Sotschi, suspendiert jedoch nicht - wie von vielen gefordert - den gesamten russischen Verband. Russland selbst kommt einer Sanktion zuvor.

Russlands Biathleten sind vorerst um eine Doping-Kollektivstrafe herumgekommen. Zwei Olympia-Starter von Sotschi seien vorläufig gesperrt worden, teilte der Biathlon-Weltverband nach einer Vorstandssitzung in München mit. Zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) ein Disziplinarverfahren gegen die Sportler eröffnet. Namen wurden allerdings nicht genannt. Die IBU leitete zudem "formelle Untersuchungen" gegen Russlands Verband und 29 weitere im McLaren-Report genannte Sportler ein. Auf eine Suspendierung wurde zunächst verzichtet. Russland habe von sich aus den Biathlon-Weltcup im März in Tjumen sowie die Junioren-Weltmeisterschaft an die IBU zurückgegeben. Dies sei ein erster wichtiger Schritt des russischen Biathlon-Verbands, "um der IBU und der Welt des Sports zu zeigen, dass die aktuelle Situation sehr ernst genommen" werde, sagte IBU-Chef Anders Besseberg. Der russische Verband teilte mit, "die Wettbewerbe sollten in festlicher Atmosphäre stattfinden, nicht inmitten von Verdächtigungen und Angriffen".

Boykottdrohungen dreier Nationen

Im jüngsten Bericht des Chefermittlers der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Richard McLaren, waren unter den rund 1000 genannten dopingverdächtigen Sportlern Russlands 31 Biathleten. Die IBU hatte in der Vorwoche eine Expertengruppe mit Mitgliedern aus fünf Nationen ins Leben gerufen, um die Fälle zu prüfen. Im Vorfeld des IBU-Treffens hatte es massiven Druck der Verbände aus Norwegen, Tschechien und Großbritannien gegeben. Die Biathleten dieser drei Nationen hatten gedroht, den Weltcup in Tjumen sowie weitere internationale Rennen in Russland zu boykottieren, sollte der Weltverband nicht auf die Dopingvorwürfe reagieren.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte den Weltverbänden im Juni empfohlen, nach den Enthüllungen des ersten McLaren-Reports keine Großveranstaltungen mehr nach Russland zu vergeben. Im September bekam Tjumen dennoch den Zuschlag für die Biathlon-WM 2021. 

Russland verliert auch Eisschnelllauf-Weltcupfinale 

Am Donnerstag entzog der Eisschnelllauf-Weltverband ISU Russland das Weltcup-Finale der Eisschnellläufer, das ursprünglich in Tscheljabinsk stattfinden sollte. In der vergangenen Woche hatte der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF die Entscheidung, die WM 2017 in Sotschi auszutragen, wegen der Dopingenthüllungen rückgängig gemacht. Die WM wird jetzt am Königssee bei Berchtesgaden steigen. 

sn/jk (dpa, sid)

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