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Sport

IAAF wusste wohl 2009 von russischem Doping

Steckt der Leichtathletik-Weltverband viel tiefer im russischen Doping-Skandal als bisher angenommen? Nach Informationen der US-Nachrichtenagentur AP ist auch die IAAF in die Machenschaften verstrickt.

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Leichtathletik in der Doping-Krise

Der Weltverband der Leichtathleten (IAAF) hat nach Informationen der US-Nachrichtenagentur AP schon 2009 von massivem Doping in Russland gewusst. Unter Berufung auf interne Dokumente der IAAF meldete die Agentur, IAAF-Funktionäre hätten offensichtlich mit dem russischen Verband zusammengearbeitet, um das Ausmaß des Blut-Dopings vor den Olympischen Spielen 2012 in London zu vertuschen. Eine offizielle Bestätigung der Vorwürfe durch den Verband liegt noch nicht vor.

"Schockierende Einsichten"

Die IAAF hatte Russlands Leichtathletik-Verband ARAF am 13. November angesichts schwerer Doping-Vorwürfe suspendiert. Den russischen Leichtathleten droht, auch von den Olympischen Spielen im nächsten Sommer in Rio de Janeiro ausgeschlossen zu werden. Eine unabhängige Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wird an diesem Donnerstag in München den zweiten Teil ihres Ermittlungsberichtes vorstellen. Den ersten Teil hatte die Kommission am 9. November präsentiert, vier Tage später folgte die Suspendierung Russlands durch die IAAF.
Im Jahr 2009 hätten Untersuchungen der IAAF schon "schockierende Einsichten in den Umfang und die Schwere des russischen Dopings" ermöglicht, schrieb die Nachrichtenagentur AP weiter. Damals waren neue, genauere Bluttests eingeführt worden.

Olympiafahne neben Fahne Russlands. Foto: dpa-pa

Den russischen Leichtathleten droht auch ein Startverbot bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro

AP beruft sich auf Emails, Briefe und Berichte einer Quelle, die Zugang zum Anti-Doping-Programm des Weltverbandes habe, namentlich aber nicht genannt werden wolle. Beispielhaft zitiert AP aus einem Brief des damaligen IAAF-Generalsekretärs Pierre Weiss an den

am 7. Januar

lebenslang gesperrten Ex-IAAF-Schatzmeister Valentin Balachnitschjow. Der war zugleich Präsident des russischen Verbandes. "Die Blutwerte russischer Athleten sind inzwischen so ernst und werden nicht besser (wenn nicht möglicherweise schlechter), dass sofortige und drastische Maßnahmen nötig sind", schrieb Weiss demnach. Tests zeigten laut der Dokumente von Weiss, dass Russland systematisch Blutdoping mit dem Mittel EPO betrieben hat. Russland darf bis auf Weiteres keine Leichtathleten zu internationalen Veranstaltungen an den Start schicken.

Beschämender Weckruf

Bei der Verkündung des Banns hatte der neue IAAF-Präsident Sebastian Coe, ein ehemaliger britischer Doppel-Olympiasieger, gesagt: "Das war ein beschämender Weckruf, und wir sind uns einig, dass Betrug auf keiner Ebene toleriert werden wird." Coe, seit 19. August 2015 im höchsten Amt, war schon seit 2007 Vizepräsident des IAAF und dürfte damit selbst in der Schusslinie stehen.

jw/sn (mit sid/dpa)

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