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Wirtschaft

IAA: Mittendrin Elektromobilität

Elektrisch fahren ist schick: Praktisch jeder große Hersteller präsentiert auf der IAA Modelle mit Elektroantrieb. Erstmals wird auch in einer eigenen Halle die gesamte Wertschöpfungskette beim Elektroauto gezeigt.

Schriftzug auf E-Smart. (Foto: DW Henrik Böhme)

Der mächtige Verband der Automobilindustrie hat die Zeichen der Zeit erkannt. Als Veranstalter der größten Automobilmesse der Welt rückt der VDA das Thema "Elektromobilität" weiter in den Mittelpunkt. Und die Gunst der Stunde nutzen auch namhafte Unternehmen, die eigentlich gar nicht als Zulieferer für die Autoindustrie bekannt sind. Dazu gehört der Münchner Weltkonzern Siemens.

"Für uns ist es natürlich ein sehr freudiges Ereignis, dass wir zum ersten Mal seit langen Jahren wieder auf der IAA sind", sagt Spitzenmanager Michael Valentine-Urbschat gegenüber DW-WORLD.DE. Er leitet bei Siemens den Geschäftsbereich Antriebstechnologien für das Elektroauto. Die Produktpalette erstreckt sich von elektrischer Antriebstechnik und Lade-Infrastruktur über intelligentes Strom- und Verkehrsmanagement bis hin zur Erzeugung erneuerbarer Energien.

Jetflyer von E-Volution (Foto: Katarzyna von Heinemann für E-Volution GmbH)

Die Polizei in Dubai und Abu Dhabi fährt damit: Jetflyer von E-Volution

Neuer Ansatz

Erstmals ist auf einer IAA eine ganze Messehalle der gesamten Wertschöpfungskette beim Elektroauto gewidmet. Laut VDA-Präsident Matthias Wissmann ein "neuer Ansatz, der die Elektromobilitäts-Aktivitäten auf den anderen Ständen unterstützt und ergänzt."

Darüber freut sich ein Pionier ganz besonders: Die mittelständische deutsche Firma mit dem englischen Namen "German E-Cars" hat bereits auf der letzten IAA im Jahr 2009 den Prototyp ihres Elektroautos gezeigt. Anders als bei den meisten großen Autoherstellern ist das Fahrzeug des Mittelständlers serienreif und findet zufriedene Käufer.

"Es gibt Leute, die fahren damit ihre 100 Kilometer zur Arbeit, haben dort die Möglichkeit zu laden und fahren 100 Kilometer wieder zurück", sagt German E-Cars-Geschäftsführer Frank Laaber. Ein Kunde habe mit dem Modell "Stromos", das man seit Juli vergangenen Jahres bereits 180 Mal verkauft habe, bereits 20.000 Kilometer zurück gelegt. "Und der Besitzer sagt, das ist gar nicht mehr unser Zweitwagen, sondern es ist unser Erstwagen, weil: Den Benziner brauchen wir nur, um wirklich mal eine weite Strecke zu fahren", so Laaber.

Polizei in Dubai fährt elektrisch

Elektro-Smart an der Stromtan kstelle (Foto:AP)

Für 16.000 Euro gibts den Smart bald als E-Car.

Auch die Firma E-Volution aus Berlin ist in der "Halle der Elektromobilität" vertreten. Sie vertreibt den "Jetflyer", ein Elektrofahrzeug der besonderen Art. "Im Prinzip ist es ein Motorrad auf vier Rädern, das aber nicht umkippen kann", sagt E-Volution-Mitarbeiter Andreas von Heinemann. Er hat mit seiner Firma den Vertrieb des "Jetflyers" übernommen.

Erfunden hat den kompakten Elektroflitzer sein Companion, der Österreicher Michael Ritt. Stolz berichtet er über Verkaufserfolge in exotischen Weltregionen: "Im arabischen Raum sind unsere Fahrzeuge beliebt."

So nutze beispielweise die Polizei in Abu Dhabi und in Dubai den "Jetflyer" bei der Verkehrsüberwachung. "Auch in Abu Dhabi ist mittlerweile die grüne Welle angekommen. Und unsere Kunden wollen flexibel, schnell und ohne Lärm durch die Städte fahren", berichtet Ritt.

Teure Batterien

Opel Ampera auf der IAA (Foto: DW)

Ampera: Opels Hoffnungsträger fährt elektrisch

Das Herzstück des Elektroantriebs ist der Energiespeicher - der Akku beziehungsweise die Batterie. Und dafür muss immer noch sehr viel Geld hingeblättert werden. Zuviel meint Roland Mueller, Experte für High-Tech- Lithium-Ionen Batterien. "Man muss immer die economy of scale sehen: Das heißt, wenn man größere Stückzahlen produziert, wird automatisch der Preis nach unten gehen." Außerdem müssten noch möglichst kostengünstige und effektive Produktionswege gefunden werden, sagt Mueller. "Eine Massenfertigung existiert noch nicht."

Dass auch vermeintlich branchenfremde Unternehmen auf die Karte "Elektromobilität" setzen, zeigt das Beispiel Evonik. Evonik ist in der Spezialchemie zu Hause. "Über zehn Prozent unseres Gesamtumsatzes geht in die Automobilanwendung: Batterien, Kunststoffe, Additive für die verschiedensten Anwendungen. Auch der Lack auf dem Fahrzeug enthält Komponenten von uns", sagt Manager Klaus Hedrich.

Traum vom Wachstum

Wie bei den vielen anderen Ausstellern in der weitläufigen Messehalle Vier hofft man für die Zukunft bei Evonik auf Umsatzsteigerungen im Geschäft mit der individuellen elektrischen Fortbewegung. Frank Laaber, Chef von German E-Cars, würde beim neuen Schwerpunkt "Elektromobilität" auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt bereits in diesem Jahr gerne erreichen, "dass wir hier und jetzt zeigen, dass wir in Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt für Elektromobilität sind." Wenn möglich, so Laaber, solle außerdem das technische Know how in Deutschland erhalten und ausgebaut werden.

Autor: Klaus Ulrich, z. Zt. Frankfurt am Main
Redaktion: Henrik Böhme

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