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Aktuell Welt

Huthis im Jemen zu Gesprächen bereit

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben sich zu Gesprächen über eine Lösung des Konflikts bereit erklärt, falls die Luftangriffe eingestellt werden. Doch die gehen weiter - trotz anderslautender Ankündigungen.

Man sei grundsätzlich zu politischen Gesprächen bereit, erklärte Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam. Voraussetzung sei aber ein Ende der Luftangriffe durch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition. "Nach einem vollständigen Ende der Aggression gegen den Jemen und der Aufhebung der Blockade wollen wir einen politischen Dialog unter Vermittlung der Vereinten Nationen", hieß es in einer Erklärung. Offenbar als Geste des guten Willens ließen die Rebellen nach Angaben aus Vermittlerkreisen zudem mehrere Gefangene aus den Reihen der Regierung frei, darunter Verteidigungsminister Mahmud al-Subeihi und Hadis Bruder Nasser Mansur Hadi, Vizegeheimdienstchef dreier Provinzen im Südjemen.

Luftangriffe gehen weiter

Die Militärallianz arabischer Staaten hatte am Dienstagabend angekündigt, die Luftangriffe nach knapp vier Wochen einzustellen, da die militärischen Ziele erreicht seien. Künftig wolle sich das Bündnis auf Anti-Terror-Maßnahmen, Hilfen und eine politische Lösung des Konflikts konzentrieren, hieß es. Die Allianz behielt sich aber vor, im Fall verdächtiger Bewegungen der Rebellen auch weiterhin Angriffe zu fliegen.

Bereits wenige Stunden später bombardierte die Koalition dann tatsächlich Stellungen der Aufständischen. Insgesamt flogen saudi-arabische Kampfflugzeuge am Mittwoch mindestens zwölf Einsätze, auch am Donnerstag gingen die Angriffe weiter. Darum habe die jemenitische Regierung gebeten, nachdem die Rebellen ein wichtiges Armeehauptquartier in der südwestlichen Stadt Tais eingenommen hätten, sagte ein Sprecher der Koalition.

Auch der saudi-arabische Botschafter in den USA äußerte sich: "Wenn die Huthis und ihre Verbündeten sich aggressiv verhalten, dann wird es eine Antwort geben", so Adel al-Dschubeir in Washington. Die Streitkräfte seines Landes seien bereit, jeden Vormarsch der Huthis auf die Hafenstadt Aden zu unterbinden.

Adel Al-Jubeir, saudischer US-Botschafter (Foto: rtr)

Adel al-Dschubeir, Saudi-arabischer Botschafter in den USA

Die UN zeigen sich besorgt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich besorgt über die Fortsetzung der Luftangriffe. Er hoffe, dass die Kämpfe so schnell wie möglich beendet würden. Die Vereinten Nationen seien bereit, die erforderlichen diplomatischen Mittel einzusetzen, um den Konflikt im Jemen "im Dialog" zu lösen, sagte Ban in New York.

Die arabische Koalition flog seit dem 26. März nach eigenen Angaben mehr als 2000 Angriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee. Diese liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Der Präsident war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe.

chr/qu (rtr, dpa, afp)

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