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Aktuell Welt

Huthis greifen erstmals in Saudi-Arabien an

Die schiitischen Huthi-Rebellen haben nach Angaben aus Riad erstmals saudi-arabisches Territorium angegriffen. Im Jemen gehen die Kämpfe weiter. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Archivbild vom 29.04.2015: Kämpfe bei Aden (Foto: afp)

Archivbild vom 29.04.2015: Kämpfe bei Aden

Saudi-arabische Bodentruppen hätten den Angriff auf Beobachtungsposten an der südlichen Grenze nahe der Stadt Nadschran abgewehrt, teilte das Außenministerium in der Hauptstadt Riad laut der amtlichen Nachrichtenagentur SPA mit. Zahlreiche Rebellen seien getötet worden, auf saudi-arabischer Seite seien drei Soldaten umgekommen. Die Truppen hätten im Kampf gegen die Rebellen Unterstützung aus der Luft erhalten.

Im Jemen liefern sich schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien steht an der Spitze einer von den USA unterstützten arabischen Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthis fliegt.

Ban: Lage der Bevölkerung immer schwieriger

Angesichts der anhaltenden Kämpfe hat sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zutiefst besorgt gezeigt und seine Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand im Jemen bekräftigt. Notwendig seien zwischenzeitlich überdies humanitäre Feuerpausen, forderte Ban in einer Erklärung. Alle Konfliktparteien müssten dafür sorgen, dass Hilfsorganisationen ein gesicherter Zugang ermöglicht werde.

Mehr als 1200 Menschen seien in den vergangenen Wochen getötet worden, weitere 300.000 seien aus ihren Häusern geflohen, teilte Ban mit. Die anhaltende Gewalt erschwere es zudem Helfern, Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente zu den vielen Bedürftigen zu bringen. "Die Gesundheits-, Wasser- und Abwassersysteme des Landes stehen kurz vor dem Kollaps", warnte der UN-Generalsekretär. Die Versorgung mit Treibstoff müsse umgehend sichergestellt werden, um die humanitäre Krise nicht weiter zu verschärfen. Angriffe gegen die "zivile Infrastruktur", darunter Krankenhäuser, Depots von Hilfsorganisationen und UN-Einrichtungen seien "inakzeptabel" und verletzten internationales Recht, betonte Ban.

chr/cr (dpa, afp)