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Nahost

Hussein will nichts zerstören

Saddam Hussein sagte in einem Interview, der Irak besitze keine Raketen, die zerstört werden müssten. Chefinspektor Blix ist davon nicht überzeugt.

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Interview-Runde mit dem US-Sender CBS in Bagdad

Der irakische Machthaber Saddam Hussein hat den Besitz verbotener Raketen bestritten und damit sowohl die USA als auch die UN-Waffeninspektoren erneut herausgefordert. "Raketen, die im Widerspruch zu UN-Resolutionen stehen, existieren nicht", sagte er in einem am Dienstag (25. Februar 2003) teilweise veröffentlichten Interview mit dem US-Sender CBS. UN-Chefinspektor Hans Blix schloss Verhandlungen über die von ihm geforderte Zerstörung von El-Samud-Raketen aus, die die von den Vereinten Nationen (UN) erlaubte Reichweite von 150 Kilometern überschreiten sollen. Die US-Regierung zog erneut die Kooperationsbereitschaft Bagdads in Zweifel.

"Wir besitzen keine Raketen"

Der Irak habe sich zur Erfüllung der UN-Resolution 1441 verpflichtet, sagte Saddam Hussein in dem in Bagdad aufgezeichneten CBS-Interview. Allerdings habe sein Land das Recht, Boden-Boden-Raketen herzustellen. Auf die Frage, ob Bagdad der Forderung von UN-Chefinspektor Hans Blix nachkommen und am Samstag (2. März 2003) mit der Zerstörung von Raketen des Typs El Samud 2 beginnen werde, antwortete der Machthaber: "Wir besitzen keine Raketen außerhalb der Bestimmungen der UN." Einen Gang ins Exil zur Vermeidung eines Krieges schloss er aus und bestritt erneut jegliche Verbindung zum Terrornetzwerk El Kaida. Im Falle eines US-Angriffs werde er die Ölfelder des Landes nicht zerstören lassen, wie dies während des Golfkrieges vor zwölf Jahren der Fall war. Blix sagte dazu, er warte noch auf die "offizielle Antwort" aus Bagdad.

"Substanzielle Fortschritte"

Der UN-Chefinspektor sprach in New York unterdessen von "substanziellen Fortschritten" in der Zusammenarbeit mit Irak. In mehreren Schreiben der irakischen Führung seien Elemente enthalten, die "positiv sind und weitere Untersuchung verdienen". Bagdad unterrichtete die UN-Inspektoren unter anderem über den Fund einer Bombe vom Typ R-400 mit "einer Flüssigkeit" sowie mehrerer handschriftlicher Dokumente zum Verbleib von Massenvernichtungswaffen. Nach Angaben der UN-Inspektoren hat der Irak am 19. Februar rund 100 Kilometer südwestlich von Bagdad mit Ausgrabungen begonnen, wo es 1991 Sprengköpfe für Biowaffen und Kampfstoffe zerstört haben will.

Bush: Kein Katz-und-Maus-Spiel

Der von der irakischen Führung eingeräumte Fund einer Bombe und mehrerer Dokumente ist nach Auffassung der US-Regierung ein weiterer Beleg für die Unglaubwürdigkeit Bagdads. Präsident George W. Bush sei bislang allerdings noch nicht zu der Überzeugung gelangt, die UN-Waffeninspektionen seien in der Sackgasse, hieß es in Washington. Zuvor hatte Bush Bagdad erneut davor gewarnt, mit der internationalen Gemeinschaft Katz und Maus zu spielen und den UN-Sicherheitsrat zu einer entschlossenen Haltung in der Irak-Frage aufgefordert. (kap/kas)

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