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Amerika

Hurrikan-Saison eröffnet

Der Hurrikan "Andres" fegte über den Nordostpazifik - bevor er sich wieder zu einem Tropensturm verlor. Damit ist er offiziell der erste Hurrikan seit Beginn der Saison. Wie sieht es aber für den Rest des Jahres aus?

Hurrikan Andres über Mexiko (Foto: ap)

Hurrikan "Andres" war der erste seiner Art in der Hurrikansaison 2009

Hurrikan "Andres", erster Hurrikan der Saison, wütete am Mittwoch (24.06.2009) vor der Pazifikküste Mexikos und forderte mindestens ein Menschenleben. Mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde bewegte er sich nordwärts auf die Küste zu. Schnell wurde "Andres" zwar wieder zum Tropensturm herabgestuft, er hinterließ jedoch schwere Schäden, ein Fischer kam in den meterhohen Wellen ums Leben, eine Frau wurde verletzt, Bäume wurden entwurzelt und Maste knickten um. Viele Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen und in Notunterkünften Zuflucht suchen.

Mit Hurrikan "Andres" ist die Hurrikansaison de facto eröffnet. Diese beginnt offiziell jeweils am 01. Juni eines Jahres und geht bis zum 30. November. In dieser Zeitspanne treten 97 Prozent aller Stürme auf dem Atlantik auf. Hauptsächlich bilden sich Wirbelstürme auf den tropischen Ozeanen, die jedes Jahr erhebliche Schäden anrichten. Einer der schlimmsten war der Hurrikan "Katrina", der im Jahr 2005 die Golfküste der USA zerstörte. Die Schäden betrugen mehr als 100 Milliarden US-Dollar, der Sturm forderte mehr als 1.500 Tote.

Hurrikan, Taifun, Zyklon

Wirbelsturm Katrina (Foto: ap)

Hurrikan "Katrina" zerstörte im Jahr 2005 die Golfküste der USA

Je nachdem, wo der Wirbelsturm auftritt, wird bestimmt, ob es sich um einen Hurrikan, Taifun oder Zyklon handelt. Atlantische Wirbelstürme und Stürme im Nordostpazifik werden zu Hurrikanen, wenn sie eine Windgeschwindigkeit von mehr als 117 km in der Stunde erreichen. Stürme mit dieser Stärke werden auf dem Nordwestpazifik als Taifune bezeichnet. Zyklone wiederum entstehen auf dem Südpazifik und dem Indischen Ozean. Ebenfalls betroffen sein können die afrikanische Ostküste und Madagaskar, diese Stürme sind bekannt als Mauritius-Orkane. Auf dem Südatlantik hingegen waren lange Zeit keine Wirbel aufgetreten, bis sich im Jahr 2004 zum ersten Mal ein Hurrikan an der südbrasilianischen Küste bildete. Auch auf dem Mittelmeer waren bereits mehrere kleine Stürme zu verzeichnen, die jedoch nicht weiter untersucht wurden.

Nach "Andres" kommt "Blanca"

Hurrican Hunter Piloten (Foto: ap)

Auf der Suche nach dem nächsten Hurrikan - die Hurrikanjäger

Ihre Namen bekommen die Wirbelstürme von den Wetterdiensten: Für jedes Gebiet werden sie aus einer festen Liste ausgewählt. Schon in den 20er und 30er Jahren benannte ein Wissenschaftler Wirbelstürme mit Namen von ungeliebten Politikern. Ab 1950 bekamen atlantische Stürme dann Namen in alphabetischer Reihenfolge - bis 1987 waren es durchweg Frauennamen, bis sich eine "Gleichberechtigung" durchsetzte und abwechselnd weibliche und männliche Namen eingesetzt wurden. Dem 'National Hurrican Center' in Miami steht eine lange Namensliste zur Verfügung, die in der Regel sechs Jahre lang verwendet werden kann. Danach muss von vorn begonnen werden. Finden besonders verheerende Stürme statt, die viel Schaden anrichteten und viele Todesopfer forderten, werden die Namen dieser Stürme aus der Liste gestrichen. Dies geschieht aus Respekt vor den Angehörigen und zum besseren geschichtlichen Verständnis. So verschwanden beispielsweise 2005 die Namen "Katrina" und "Wilma" von der Liste, "Ike" folgte in 2008.

Für das Jahr 2009 stehen also wenigstens die Namen der kommenden Wirbelstürme hundertprozentig fest. Geht man nach der Liste der nordostpazifischen Namen, beginnt der erste Hurrikan der Saison mit dem bereits eingetroffenen "Andres", gefolgt von den zukünftigen Stürmen "Blanca" und "Carlos". Ob und in welchem Ausmaß diese Stürme auftreten, kann man jedoch nicht mit völliger Sicherheit sagen.

Prognose für die Hurrikansaison 2009

Hurrikan (Foto: dpa)

Die Saison im Jahr 2009 wird wieder einige schwere Hurrikans mit sich bringen

William M. Gray, Professor an der Colorado State University, gibt seit 1984 Saisonprognosen für Hurrikane auf dem Atlantik heraus. Aus der Studie von Gray vom Dezember 2008 geht hervor, dass die atlantische Hurrikansaison 2009 etwas aktiver wird als der Durchschnitt. Gray vermutet um die sieben Hurrikane mit insgesamt 30 Hurrikantagen, davon drei Hurrikane, die "intensiv" verlaufen, und 14 Stürme mit 70 Sturmtagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Zentrum des tropischen Wirbelsturmes das amerikanische Festland erreicht, liegt bei 120 Prozent des Langzeit-Durchschnitts. Tropische Stürme im atlantischen Becken werden mit einer 135-prozentigen Wahrscheinlichkeit erwartet.

Eine genaue Vorhersage kann aber nicht getroffen werden. Nach einer weiteren Studie vom April 2009 geht Gray nur noch von sechs Hurrikanen und zwölf Stürmen aus, was bereits nur eine durchschnittliche Aktivität vorhersagt. Dennoch steht eine ereignisreiche Zeit bis Ende November bevor.

Mittendrin in einem Hurrikan

Die sogenannten Hurrican Hunters, oder Hurrikanjäger, sind stets auf der Suche nach Hurrikanen. Auf dem Atlantik machen die US Air Force und die National Oceanic and Atmospheric Adminstration (NOAA) Aufklärungsflüge, um mögliche Hurrikane früh zu erkennen. Mithilfe von Messinstrumenten und Sonden werden Wind, Luftdruck, Temperatur und Taupunkt gemessen.

Die meisten Missionen werden in gerade entstehenden Stürmen geflogen. Die Hauptaufgabe besteht darin, in dieser Phase Anzeichen für eine Verschlechterung der Lage zu suchen, ob sich ein Sturm ausbreitet oder verstärkt. Flugbesatzung und Meteorologen verfolgen das Zentrum des Sturms und messen die maximalen Windgeschwindigkeiten. Außerdem stellt die Crew die Ausdehnung des Sturms fest. Die meisten dieser Daten können nämlich nicht mit Satelliten ermittelt werden.

Flüge in einem Hurrikan können bei der US Air Force sogar gebucht werden. Einmal mittendrin in einem Sturm - was für die Hurrikanjäger selbstverständlich ist, kann für Mutige ein besonderes Abenteuer werden. Die Warteliste ist jedoch lang.

Autorin: Waslat Hasrat-Nazimi

Redaktion: Anna Kuhn-Osius

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