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Politik

Hurrikan "Katrina": die absehbare Katastrophe

Der Hurrikan "Katrina" ist die schlimmste Naturkatastrophe in der jüngeren US-Geschichte. Der Hurrikan war absehbar - dennoch war die Krisenbewältigung mangelhaft. Chronik einer unbewältigten Katastrophe.

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Die Hilfe kam zu spät

Rückblick: 11. September 1965
Hurrikan "Betsy" zerstört Teile der US-Golfküste, allein in New Orleans ertrinken mehr als 70 Menschen in den Fluten. Seitdem warnen Experten immer wieder vor dem einen Monstersturm, der New Orleans zerstören könnte. "Wir wussten schon immer, dass ein solcher Sturm New Orleans mitten ins Herz seiner Altstadt treffen könnte", sagt Lousianas Ex-Gouverneur John Breaux. Doch die Warnungen verhallten größtenteils ungehört. Gelder für dringend erforderliche Deichbauarbeiten wurden von der Bush-Regierung sogar um 40 Prozent gekürzt.

Samstag, 27. August 2005
Metereologen melden, dass ein Hurrikan der Kategorie 4 bis 5 auf die amerikansche Golfküste zurast.

Sonntag, 28. August 2005
Präsident George W. Bush verhängt den Ausnahmezustand über die bedrohten Staaten Mississippi und Louisiana. Die Lokalbehörden ordnen die Zwangsevakuierung von New Orleans und der angrenzenden Gebiete an. Über eine halbe Million Menschen flüchten vor dem Hurrikan, aber zehntausende von Menschen - vor allem Arme, Kranke und Alte - verbleiben in der Stadt.

Montag, 29. August 2005
Hurrikan "Katrina" rast über das Mississippi-Delta hinweg. Die Zerstörung entlang der Golfküste ist beträchtlich – in New Orleans scheinen die Deiche zunächst zu halten. Doch die Menschen ahnen die Katastrophe bereits voraus. "Ich habe 1969 den Hurrikan Camile erlebt und kann Ihnen sagen: dies hier ist weitaus schlimmer", so Keith Barnes aus Ocean Springs Mississippi.

Dienstag, 30. August 2005
In New Orleans brechen die Deiche gleich an mehreren Stellen. Die unter dem Meeresspiegel gelegene Stadt wird zu großen Teilen überflutet. Auch in den Küstenstaaten Mississippi und Alabama zeichnet sich langsam das ganze Ausmaß der Katastrophe ab.

Mittwoch, 31. August 2005
Bilder schrecklicher Zerströrung machen die Runde. Präsident Bush bricht seinen Urlaub in Texas ab und überfliegt an Bord der "Air Force One" das Katastrophengbiet. Dort fragen sich Überlebende wie Joseph Gibson, warum die Hilfe solange auf sich warten lässt. "Dies ist ein Notstandssgebiet. Wir brauchen nicht morgen oder übermorgen Hilfe, sondern jetzt!"

Donnerstag, 1. September 2005
In New Orleans eskaliert die Lage. Es kommt zu Plünderungen. Viele Menschen warten auf ihren Hausdächern verzweifelt auf Rettung, während rings um sie herum die Wassermassen steigen. An den Sammelpunkten der Stadt schreien die Menschen nach Hilfe. Der Bürgermeister der Stadt sendet über die Medien ein verzweifeltes SOS: "Ich brauche Verstärkung, ich brauche Truppen, ich brauche 500 Busse. Begreift endlich, dass es sich um eine nationale Katastrophe handelt!"

Freitag, 2. September 2005
Präsident Bush räumt vor seinem Abflug ins Katstrophengebiet ein, dass die Katatsrophenhilfe bisher versagt hat: "Die Resultate sind nicht akzeptabel." Dann beginnt er eine eintägige Tour durch das Krisengebiet, verspricht massve und schnelle Hilfe und den Wiederaufbau. "Ich glaube, New Orleans wird auferstehen und eine noch größere Stadt werden", sagt Bush. In der bedrängten Stadt trifft ein erster miltärischer Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und 1000 zusätzlichen Sicherheitskräften ein.

Samstag, 3. September 2005:
Die Evakuierung macht endlich Fortschritte. Mehrere tausend Menschen werden per Bus aus New Orleans in die umliegenden Bundesstaaten gebracht. Eine Luftbrücke wird eingerichtet. Bush ordnet die Entsendung zusätzlicher Truppen ins Krisengebiet an. US-Heimatschutzminister Michael Chertoff gibt zu, dass man auf die Katatsrophe nicht vorbereitet war: "Der Zusammenbruch eines erheblichen Teils der Dämme, der zu der sehr schnellen Überflutung der Stadt geführt hat, war nicht vorgesehen."

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