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Amerika

Hurrikan "Earl" bedroht Ostküste der USA

Der Hurrikan "Earl" bedroht den Osten der USA. In drei Bundesstaaten wurde bereits der Notstand ausgerufen. Es werden orkanartige Böen und Überschwemmungen befürchtet.

Ein Fischer steht am Pier an der US-Ostküste und beobachtet die turbulente See (Foto: AP)

Die Wetterbedingungen an der amerikanischen Ostküste werden turbulenter

Millionen Menschen an der Ostküste der USA blicken mit Sorge auf den Wirbelsturm "Earl", der auf dem Atlantik weiter an Stärke gewonnen hat und in die zweithöchste Kategorie vier heraufgestuft wurde. Es ist der bisher stärkste Hurrikan in dieser Saison. Im Zentrum des Hurrikan wurden Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde gemessen, in der Spitze wurden sogar Böen von 270 Kilometern pro Stunde registriert, wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA mitteilte. In den US-Staaten Virginia, North Carolina und Maryland wurde vorsorglich der Notstand ausgerufen.

Nach aktuellen Prognosen wird "Earl" aber nicht direkt auf das Festland treffen, sondern in einiger Entfernung an der Küste entlang nach Norden ziehen und sich bis zum Sonntag zum normalen Tief abschwächen.

Inselbewohner wurden evakuiert

Der Hurrikan wird nach Vorhersagen die US-Ostküste noch am Donnerstag (02.09.2010) erreichen. Die Behörden ordneten am Mittwoch vorsorglich die Evakuierung der zu dem Bundesstaat North Carolina gehörenden Insel Ocracoke Island an. Dort wurden neben den 800 Einwohnern mehrere tausend Urlauber aufgefordert, sich auf das Festland zu begeben.

Auf seinem Weg durch die Karibik hatte "Earl" bereits in Puerto Rico für heftigen Regen gesorgt, größere Schäden waren aber ausgeblieben. Erwartet wird, dass der Hurrikan entlang der Küste von North Carolina nach Norden zieht. Wetterdienste warnten, der Sturm nehme möglicherweise Kurs auf die Karibikinsel Haiti, die erst zu Jahresbeginn von einem verheerenden Erdbeben erschüttert wurde.

Ein Mann fährt eine Schubkarre durch das zerstörte Port-au-Prince (Foto: AP)

Ein Erdbeben verwüstete in diesem Jahr bereits Haiti, droht dem Land nun ein Hurrikan?

New York und die anderen Neuenglandstaaten könnten mit schweren Regenfällen und heftigem Wind davonkommen. New York City und die Insel Long Island werden die Auswirkungen von "Earl" am Freitag zu spüren bekommen, kündigte NHC-Direktor Bill Read vor Journalisten an.

Der Hinweis 'Geschlossen' auf einem Bretterverschlag vor einem Fenster auf der Insel Ocracoke Island (Foto: AP)

Einwohner und Touristen mussten die Insel Ocracoke Island verlassen

Seit Hurrikan "Bob" im Jahr 1991 habe es keinen so kraftvollen Sturm mehr gegeben, der in einem so breiten Streifen auf die Ostküste treffen könnte, sagte Dennis Feltgen, Sprecher des NHC. Sollte der Sturm seinen Kurs leicht in Richtung Westen ändern, könnten einige dicht bevölkerte Teile der USA direkt auf seinem Weg liegen. US-Präsident Barack Obama ließ sich bereits im Weißen Haus über die getroffenen Krisenmaßnahmen informieren.

Unterdessen bildete sich über dem Atlantik bereits der nächste Tropensturm - "Gaston" genannt - mit Geschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometern pro Stunde. Es wird erwartet, dass er am Wochenende Hurrikanstärke erreichen wird.

Autor: Marcus Bölz (rtr, dpa, apn)
Redaktion: Martin Schrader/Ursula Kissel