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Kultur

Hurrikan "Dean" verliert deutlich an Kraft

Der Hurrikan "Dean" hat sich auf seinem Kurs über die mexikanische Halbinsel Yucatan abgeschwächt. Entwarnung gibt es nicht: Über den warmen Gewässern des Golfs von Mexiko könnte er neue Zerstörungskraft tanken.

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Häuser werden in Mexiko sturmsicher gemacht

Hurrikan "Dean" ist über die mexikanische Halbinsel Yucatan hinweg gezogen. Mit bis zu 300 Stundenkilometern prallte der Sturm um 4.30 Uhr (Ortszeit) an Land - und schwächte sich erwartungsgemäß ab. Die Warnstufe wurde von fünf auf eins herabgesetzt.

Karte Hurrikan Dean, gefährdete Gebiete

Nach seinem Weg über Yucatan wird "Dean" in den Golf von Mexiko steuern und am Donnerstag erneut auf das mexikanische Festland - wahrscheinlich im Staate Veracruz - treffen.

"Dean" brachte der mexikanischen Karibikküste schwere Regenfälle. Hohe Wellen peitschten an die Strände. In der Spitze erreichten Böen gar Geschwindigkeiten von 320 Kilometern pro

Stunde. In den Ortschaften blieben die Geschäfte geschlossen, Fenster und Türen waren verbarrikadiert. Polizisten und Soldaten patrouillierten in den Straßen, um eine Ausgangssperre zu überwachen. Die Flughäfen der Urlauberressorts Cancun und Cozumel stoppten ihren Betrieb.

Ölförderung eingestellt

Im Golf von Mexiko wurden die Ölplattformen vor der Küste von Campeche evakuiert. Die rund 15.000 Arbeiter verließen Bohrinseln, nachdem sie sie abgesichert hatten. Allerdings werde die Ölversorgung durch "Dean" weniger stark beeinträchtigt als etwa durch die Wirbelstürme Rita und Katrina 2005, sagte der stellvertretende Direktor der Internationalen Energiebehörde IEA. In Chetumal wurde der Strom abgeschaltet. Strommasten knickten wegen des Sturmes reihenweise um. Im tiefliegenden Gebiet der Stadt am Rio Hondo kam es zu Überschwemmungen.

Obwohl Dean Jamaika nicht direkt traf, sind die Schäden groß, Quelle: AP

Obwohl "Dean" Jamaika nicht direkt traf, sind die Schäden groß

Experten erwarten aber, dass "Dean" vor allem der Landwirtschaft große Schäden zufügen könnte. Die mexikanische Regierung hatte wie stets vor herannahenden Wirbelstürmen 4000 Soldaten in die Krisenregion. Auch waren Bautrupps für sofortige Reparaturmaßnahmen etwa am Stromleitungsnetz in der Region stationiert. Tausende Touristen hatten die Touristengebiete vorher zur Sicherheit verlassen. Andere blieben in ihren Tropensturm sicheren Hotels und entlang der Riviera Maya. Aus Chetumal waren zuletzt am Montagabend 300 meist mexikanische Touristen ausgeflogen worden.

Verletzte Toruristen "unwahrscheinlich"

Für die weiter nördlich gelegenen Ferienregionen von Cancun und der Riviera Maya gab es unterdessen noch am Montag Entwarnung. Der Sturm hat nach Angaben der Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook in der Ferienregion Cancun keine großen Schäden hinterlassen. Das beliebte Reiseziel sei nach einer ersten Bestandsaufnahme von dem Sturm weitgehend verschont geblieben, sagte eine Thomas-Cook-Sprecherin am Dienstag. Es sei "mehr als unwahrscheinlich", dass es Verletzte unter den Gästen gebe. In der Region halten sich zehntausende Touristen auf. Auch an den Ferienanlagen von TUI hinterließ der Sturm nach einer ersten Einschätzung keine großen Schäden. Unter den Gästen habe es keine Verletzten gegeben, sagte ein Firmensprecher.

Inzwischen hat "Dean" mehr als 3000 Kilometer durch die Karibik zurückgelegt und zum Teil erhebliche Verwüstungen auf den Kleinen Antillen, in der Dominikanischen Republik und Haiti sowie auf Jamaika angerichtet. Auf der Karibikinsel begannen bereits die Aufräumarbeiten. Obwohl nur Ausläufer des Wirbelsturms die Insel erreichten, wurden zahlreiche Häuser zerstört, die Winde entwurzelten Bäume, Autos wirbelten durch die Gegend. Nach bisherigen Informationen aus den Krisengebieten sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

Neue Kraft für den Sturm

Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums dürfte "Dean" über den
warmen Gewässern des Golfs von Mexiko aber wieder Kraft tanken, bevor er am erneut das mexikanische Festland in der Gegend vom Bundesstaat Veracruz trifft. (stl/sams)

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