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Politik

Hunderttausende protestieren gegen Wahlergebnis in Mexiko

Bei einer Demonstration haben bis zu eine Million Menschen in Mexiko eine Neuauszählung der Stimmen der Präsidentenwahlen vom 2. Juli gefordert. López Obrador kündigte eine friedliche Widerstandsbewegung an.

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Unterstützung für López Obrador

Der so genannte Marsch auf Mexiko-Stadt wurde vom unterlegenen linksgerichteten Kandidaten Andrés López Obrador angeführt. López Obrador hatte die Wahlen nach der offiziellen Auszählung nur mit einem Unterschied von 244.000 Stimmen oder 0,58 Prozentpunkten gegen den Konservativen Bewerber Felipe Calderón von der Regierungspartei der Nationalen Aktion (PAN) verloren.

Der Demokratie Geltung verschaffen

In einer von seinen Anhängern bejubelten Rede kündigte López Obrador am Sonntagabend (16.7.2006) neue friedliche Widerstandsaktionen gegen den "Wahlbetrug" an. "Wir werden weiter zusammenkommen, wir werden der Demokratie weiter Geltung verschaffen. Wir werden keine demokratische Mühe scheuen. Wir werden triumphieren", sagte der 52-Jährige vor Hunderttausenden auf dem Zócalo-Platz im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt. Er kündigte an, dass ein Komitee eingesetzt werde, das Vorschläge für Aktionen unterbreiten solle. Der frühere Bürgermeister der Hauptstadt forderte eine Neuauszählung "Stimme für Stimme" und rief seine Anhänger zu einer neuen Protestversammlung am 30. Juli auf.

Teilnehmer aus vielen Teilen Mexikos

Zehntausende hatten in vielen Teilen des Landes seit Tagen den Marsch auf Mexiko-Stadt begonnen. Sie waren zu Fuß, zu Pferd, mit Fahrrädern oder anderen Fahrzeugen unterwegs. Die Menschen forderten auf Plakaten die Neuauszählung und schwenkten gelb-rot-schwarze Fahnen der Obrador-Wahlallianz PRD. Nach Schätzungen der Sicherheitsbehörden versammelten sich zur Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt 1,1 Millionen Menschen. Andere Schätzungen sprechen von 800.000 Teilnehmern.

Prominente Protestbegleitung

López Obrador, der das Wahlergebnis bei den Wahlbehörden anfocht, wurde beim etwa zweieinhalbstündigen Protestmarsch vom Sonntag durch die Straßen der Hauptstadt unter anderem von seinen drei Kindern, von Parteikollegen und von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie der Schriftstellerin Elena Poniatowska und der Sängerin Eugenia León begleitet.

Das Bundeswahlgericht muss bis zum 31. August über den Antrag von López Obrador entscheiden, um am 6. September den Namen des neuen Staatspräsidenten von Mexiko offiziell bekannt geben zu können. (kap)

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