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Asien

Hunderttausende auf der Flucht

Nach Beginn der Militäroffensive im pakistanischen Süd-Waziristan sind mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht. Die Gegend gilt als Hochburg militanter Extremisten, die sich in den abgelegenen Dörfern verstecken.

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Flucht vor den Kämpfen in Süd-Waziristan

Am Wochenende hat Pakistan zum Militärschlag gegen Extremistenhochburgen in Süd-Waziristan ausgeholt. Bis zu 15.000 Kämpfer der Taliban und von al-Kaida sollen sich in den Bergen in der Grenzregion zu Afghanistan verschanzt haben: "Das ist eine extrem konservative Gegend," sagt Thomas Schwarz von der Hilfsorganisation Care, der in diesem Jahr schon mehrfach in Pakistan war. "Die Stammesältesten setzen sich dort vielerorts noch zusammen und diskutieren, was richtig ist und was falsch ist. Die Frauen werden zum Teil weggesperrt und haben keine Möglichkeit, sich zu entwickeln." In einigen Dörfern sollen sich Zentren gebildet haben, von wo aus Kämpfer Selbstmordanschläge in Pakistan und Afghanistan planen. Hakimullah Mesud, der pakistanische Taliban-Anführer, hält sich dort wohl versteckt.

Sie fliehen vor den Kämpfen

Pakistan Armee rückt erneut gegen Taliban vor 17.Oktober 2009

Das Militär in Pakistan geht gegen Extremisten in Süd-Waziristan vor

Bis zu 100.000 Zivilisten sollen wegen der Militäroffensive bereits aus den umkämpften Gebieten geflohen sein. "Natürlich leidet die Bevölkerung unter solchen Kriegen," sagt Thomas Schwarz von Care und zieht einen Vergleich zur Offensive im Swat-Tal vor einigen Monaten. Viele von denen, die damals fliehen mussten, hatten unter ihrer Situation schwer zu leiden. Dass sich extremistische Taliban in ihren Dörfern verschanzen, wollten sie aber auch nicht hinnehmen. "Aber sie haben nicht die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, weil sie sonst in Gefahr kommen", sagt Schwarz.

Die Flüchtlinge benötigen jetzt Hilfe

Flüchtlinge Waziristan Pakistan

Die Flüchtlinge in Pakistan müssen nun unterstützt werden

Angesichts der Flüchtlinge sind nun die Hilfsorganisationen gefragt: Aber: "Es wäre Selbstmord, jetzt mitten in die Militäroffensive reinzugehen, um den Menschen eine Decke zu bringen" sagt Schwarz. "Wir helfen den Flüchtlingen da, wo sie aus den umkämpften Gebieten ankommen." Wer die Arbeit der Hilfsorganisationen unterstützen wolle, solle Geld spenden: Denn: "In Pakistan kann man eigentlich alles vor Ort kaufen, Zelte, Decken oder Lebensmittel. Deswegen hilft man uns jetzt am meisten, wenn man uns finanziell unterstützt."

Autorin: Silke Ballweg (dpa, AP)

Redaktion: Dirk Bathe