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Asien

Hunderte Tote nach Sturm über Philippinen

Bei schweren Unwettern auf den Philippinen sind mehr als 520 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen werden vermisst. Eine Sturzflut überraschte die betroffenen Regionen in der Nacht.

Menschen auf einem kleinen Boot, umgeben von Wasser (Foto: AP)

Hunderte werden vermisst, Hunderte wurden aber auch schon gerettet

Nach den schweren Regenfällen im Süden der Philippinen werden auch in der Nacht zum Sonntag (18.12.2011) noch Hunderte Menschen vermisst. Der Sturm "Washi" hatte das Unwetter ausgelöst, das mehr als zwölf Stunden andauerte. In mehreren Flüssen schwoll das Wasser in kürzester Zeit an, trat über die Ufer und strömte in einigen Gemeinden wie eine meterhohe Wasserwand durch die Straßen.

Am schwersten betroffen sind die Hafenstädte Cagayan de Oro und Iligan auf der Insel Mindanao, wo große Gebiete überschwemmt wurden. Ein Militärsprecher sagte, allein in Cagayan de Oro seien mindestens 97 Menschen gestorben. In Iligan kamen demnach mindestens 75 Menschen ums Leben.

Die USA sicherte der Regierung in Manila ihre Unterstützung zu. "Die US-Regierung steht bereit, um den philippinischen Behörden bei der Bewältigung dieser Tragödie zu helfen", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in einer Erklärung. Gleichzeitig sprach sie den Opfern ihr Beileid aus.

20.000 Soldaten im Einsatz

Menschen auf dem Dach ihres zerstörten Hauses (Foto: AP)

"Washi" ist der 19. tropische Wirbelsturm - in diesem Jahr

Im Fernsehen waren zusammengebrochene Hütten und Häuser zu sehen. Auf dem Meer trieben Holzplanken, auf der Küstenstraße türmten sich Autos übereinander, Bäume waren entwurzelt, Strommasten umgeknickt. Der Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt Iligan, Lawrence Cruz, sprach von der "schlimmsten Flut in der Geschichte" der Stadt, die sonst meist von schweren Unwettern verschont bleibt.

Nach Angaben des Chefs der Zivilschutzbehörde, Benito Ramos, wurden 400 Menschen in den beiden am schwersten betroffenen Städten gerettet. Hunderte Helfer seien im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen. Die Regierung hat rund 20.000 Soldaten zur Katastrophenhilfe mobilisiert.

Der 19. tropische Wirbelsturm 2011

Menschen, die halb unter Wasser gehen (Foto: AP)

Der Sturm zieht weiter und könnte noch mehr Menschen treffen

Nach Angaben der philippinischen Wetterbehörde zog der Sturm inzwischen in westlicher Richtung an der Nachbarinsel Negros vorbei. In der Nacht zum Sonntag könnte er demnach auf die Insel Palawan treffen. Die Spitzengeschwindigkeit des Unwetters bezifferte die Behörde auf 75 Stundenkilometer.

"Washi" ist der 19. tropische Wirbelsturm, der die Philippinen in diesem Jahr heimsucht. Der Jahresdurchschnitt liegt nach Angaben des nationalen Wetterdienstes bei 20. In jüngster Zeit besonders verheerend waren die Stürme "Durian" und "Fengshen", die im November 2006 sowie im Juni 2008 insgesamt fast 2800 Menschen das Leben kosteten. Mehr als 800 Menschen starben allein durch den Untergang einer Fähre.

Autor: Michael Borgers (dpa, afp, dapd)

Redaktion: Eleonore Uhlich

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