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Politik

Hunderte Tote nach Cholera-Epidemie in Simbabwe

Die gefährliche Seuche hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf weite Teile des afrikanischen Landes ausgebreitet. Tausende Menschen sind bereits erkrankt.

Menschen suchen in der simbabwischen Hauptstadt Harare in einem Erdloch nach Wasser

Verzweifelte Suche nach Trinkwasser

Jüngsten Schätzungen der WHO vom Dienstag (02.12.2008) zufolge sind rund 12.000 Menschen an Cholera erkrankt. In einigen Teilen Simbabwes verläuft die Krankheit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation für jeden zweiten Betroffenen tödlich. Daher sei zu befürchten, dass sich die Epidemie rasch weiter ausbreite. Bisher sind nach Mitteilung der WHO fast 500 Todesfälle verzeichnet worden. Menschenrechtsorganisationen sprechen sogar von bis zu 1000 Opfern.

Schlimmere Ausmaße als bei früheren Epidemien

"Cholera-Ausbrüche hat es in Simbabwe seit 1998 jedes Jahr gegeben, aber die früheren Epidemien haben niemals solche Ausmaße erreicht", heißt es in einer Mitteilung der Weltgesundheitsorganisation. Cholera ist eine hoch ansteckende Durchfallkrankheit, die bei fehlender Behandlung rasch zum Tod führen kann. Verhindern lässt sie sich durch sauberes Leitungswasser, häufiges Händewaschen sowie säubern der Nahrung.

Da es in der Hauptstadt Harare und in anderen Städten keine funktionierende Wasserversorgung mehr gibt, sind viele Menschen gezwungen, aus unsauberen Brunnen und Flüssen zu trinken. In der vergangenen Woche hatten die zuständigen Behörden die Trinkwasserversorgung in Harare abgestellt, weil ihnen Chemikalien zur Wasseraufbereitung fehlten.

Deutsche Hilfswerke sagen finanzielle Unterstützung zu

Kartoffelverkäuferin in Harare

Hilfswerke befürchten Nahrungsmittelknappheit

Die deutschen Hilfswerke "Diakonie Katastrophenhilfe" und "Brot für die Welt" warnten vor einem gravierenden Mangel an Nahrungsmitteln und Saatgut. Die wirtschaftliche und politische Krise habe die landwirtschaftliche Produktion weitgehend zum Erliegen gebracht. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellte eine Soforthilfe zur Verfügung, um Lebensmittelrationen und Getreide-Saatgut an die Bevölkerung zu verteilen.

Wirtschaft und Gesundheitssystem des einst als reich geltenden Landes sind unter der Herrschaft des seit 1980 herrschenden Präsidenten Robert Mugabe zusammengebrochen. Während Mugabe die westlichen Sanktionen gegen seine Regierung für den Niedergang verantwortlich macht, sehen Kritiker die Schuld beim Präsidenten selbst. Nach der umstrittenen Wahl im März ist Simbabwe zurzeit ohne gewählte Regierung. Trotz einer Mitte September getroffenen Vereinbarung über die Machtteilung zwischen Präsident Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ringen beide Seiten bisher erfolglos um die Bildung einer Einheitsregierung. (fw)