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Hunderte Tote nach Beben auf Haiti befürchtet

Ein Erdbeben der Stärke 7,0 hat Haiti erschüttert und viele Gebäude einstürzen lassen. Augenzeugen befürchten Hunderte Tote. Die Regierung hat um schnelle internationale Hilfe gebeten.

Opfer in den Straßen der Hauptstadt (Foto: AP)

Menschen in der Haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince nach dem Beben

Die Behörden in der Hauptstadt Port-au-Prince haben am Mittwoch (13.01.2010) noch keinen Überblick über Opferzahlen und Schäden. Fernsehberichte zeigen riesige Staubwolken über der Stadt, in der schätzungsweise zwei Millionen Menschen leben. Große Teile des Zentrums gelten als verwüstet. Sowohl der Nationalpalast als auch das Parlament, der Sitz der UN-Mission und mehrere Ministerien seien zum Teil eingestürzt, heißt es. Haitis Präsident René Préval hat das schwere Erdbeben nach Angaben mexikanischer Diplomaten überlebt.

"Die Leute singen und beten"

Stark betroffen sind nach Auskunft deutscher Hilfsorganisationen vor Ort auch die dicht besiedelten Slums in Port-au-Prince, wo es zu Erdrutschen kam. Die noch funktionierenden Krankenhäuser seien überfüllt. "Die Menschen sitzen auf der Straße und beten oder singen", so eine Augenzeugin. Auch von ersten Plünderungen ist die Rede. Nahezu alle Kommunikationsmittel sind ausgefallen. Als völlig unklar gilt die Lage im wahrscheinlich ebenfalls betroffenen Südosten des Landes.

Karte (Grafik: DW)

Nach Angaben von US-Geologen erreichte das erste Beben eine Stärke von 7,0 auf der Richterskala. Sein Epizentrum befand sich danach 16 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Inzwischen sind mindestens zwölf weitere Beben gefolgt. Die Erdstöße waren bis nach Kuba zu spüren. Tsunami-Alarm war auch für die benachbarte Dominikanische Republik und die Bahamas ausgegeben worden. Über Schäden ist von dort nichts bekannt.

Haiti gilt als das ärmste Land des amerikanischen Kontinents und wurde in der Vergangenheit mehrfach von Naturkatastrophen heimgesucht. Zuletzt kamen bei Wirbelstürmen im September 2008 mehr als 600 Menschen ums Leben. Ein großer Teil der damaligen Schäden ist bis heute nicht beseitigt.

"Keine rasche Hilfe im eigenen Land"

Zerstörte Hausfassade (Foto: AP)

Das Zentrum des Bebens war nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernten Erdstößen

Auf rasche Hilfe der eigenen Behörden können die Menschen in Haiti nach Meinung des Deutschen Roten Kreuzes nicht hoffen. Es gäbe auch zu normalen Zeiten nahezu keinerlei medizinische Versorgung oder Katastrophenfürsorge für die Bevölkerung, heißt es. Das deutsche Außenministerium sicherte Hilfe zu und richtete einen Krisenstab zur Suche nach möglichen Landsleuten im Katastrophengebiet ein.

Die meisten südamerikanischen Staaten haben inzwischen erste Hilfsmaßnahmen für die Karibikinsel eingeleitet. Auch die USA und Kanada kündigten materielle und personelle Katastrophenhilfe an. Die Interamerikanische Entwicklungsbank gab 200.000 Dollar für die Erstversorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten frei.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, apn, rtr, afp, epd)

Redaktion: Dirk Eckert

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