1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Hunderte Gräber auf jüdischem Friedhof in Frankreich geschändet

Erneut erschüttert eine antisemitische Tat Frankreich: Unbekannte haben auf einem jüdischen Friedhof im Osten des Landes hunderte Gräber geschändet.

Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Sarre-Union im Verwaltungsgebiet Bas-Rhin, wie Innenminister Bernard Cazeneuve mitteilte. Cazeneuve verurteilte "diese abscheuliche Tat aufs Schärfste". "Die Republik wird diese neue Verletzung der von den Franzosen geteilten Werte nicht tolerieren", erklärte der Innenminister.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden etwa drei Viertel der insgesamt 400 Gräber auf dem jüdischen Friedhof in Sarre-Union geschändet. Der Friedhof war bereits in der Vergangenheit Ziel von Grabschändern gewesen. 1988 wurden rund 60 Stelen umgeworfen, im Jahr 2001 wurden 54 Gräber verwüstet.

"Schändlicher und antisemitischer Akt"

Regierungschef Manuel Valls verurteilte die Entweihung der Gräber in der elsässischen Niederrhein-Gemeinde als einen "schändlichen und antisemitischen Akt". Die Regierung werde alles tun, um die Verantwortlichen für diese Tat dingfest zu machen. Auch Staatspräsident François Hollande äußerte sich entrüstet.

In Frankreich haben judenfeindliche Angriffe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele der rund 600.000 Juden in dem Land erwägen daher auszuwandern. Bei einem Angriff auf einen jüdischen Supermarkt in Paris hatte ein radikaler Islamist Anfang Januar vier Juden getötet - die Tat ereignete sich einen Tag nach dem tödlichen Angriff auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo".

Im März 2012 hatte ein Islamist eine jüdische Schule im südfranzösischen Toulouse angegriffen und dabei drei Schüler und einen Lehrer erschossen.

Rat der jüdischen Insitutionen in Frankreich entsetzt

"Ich habe genug von diesen antisemitischen Taten", sagte der Vorsitzende des Rates der jüdischen Institutionen in Frankreich, Roger Cukierman, der Nachrichtenagentur AFP. Dieser "Hass" zeige, "dass wir mit der Erziehung unserer Jugend komplett gescheitert sind", sagte er.

wl/nem (afp, dpa)