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Wirtschaft

Hunderte Flüge wegen Streik ausgefallen

Durch Warnstreiks im öffentlichen Dienst wurden am Donnerstag in Deutschland Teile des Flugverkehrs und des Nahverkehrs lahmgelegt. Die Gewerkschaft Verdi hofft nun auf ein Angebot der Arbeitgeber.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich insgesamt 104.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an Ausständen in zehn Bundesländern und an den Flughäfen. Verdi-Chef Frank Bsirske setzte den Arbeitgebern im Tarifkonflikt ein Ultimatum.

In der nächsten Gesprächsrunde müsse es ein Ergebnis geben, sagte Bsirske am Donnerstag bei einer Kundgebung vor etwa 3000 Menschen in Freiburg. "Wenn wir Montag und Dienstag nächster Woche wieder zusammensitzen, müssen sich die Arbeitgeber bewegen. Sonst droht, nach der Schlichtung, ein harter Arbeitskampf." Die Arbeitgeber müssten ein konkretes Angebot vorlegen.

Besonders stark betroffen war der größte deutsche Flughafen in Frankfurt am Main. Dort wurden mehr als 550 von 1300 geplanten Flügen annulliert. Die Passagiere hatten sich allerdings frühzeitig auf die Behinderungen eingerichtet, so dass es an den Terminals ruhig blieb. In München wurden 133 Flüge gestrichen.

Video ansehen 01:27

Leere Airports in Deutschland (27.03.2014)

Flüge wieder regulär

Am frühen Nachmittag wurde der Streik planmäßig beendet. Bereits ab 14.00 Uhr konnte die Lufthansa das reguläre Linienangebot wieder aufnehmen. Die Fluglinie war von dem Streik besonders stark betroffen und hatte am Vortrag vorsorglich jeden dritten ihrer weltweit 1800 für Donnerstag geplanten Flüge abgesagt. Zudem hatte sie 50.000 vom Streik betroffene Fluggäste, die entsprechende Kontaktdaten hinterlegt hatten, per SMS und E-Mail über Änderungen im Flugplan informiert. Für die nächsten Tage sei nicht mit weiteren Streikauswirkungen zu rechnen, hieß es.

Laut Verdi-Sekretär Uwe Schramm beteiligten sich in Frankfurt mehr als 90 Prozent der betroffenen Mitarbeiter an dem Streik. Dagegen waren an vielen anderen deutschen Flughäfen kaum Auswirkungen zu spüren. Verdi hatte im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes zu mehrstündigen Warnstreiks der Flughafenbeschäftigten auch in München, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart aufgerufen. In Berlin wurde zwar nicht gestreikt, aber auch dort fielen viele Verbindungen aus, weil die Ziele nicht angeflogen werden konnten.

Weitere Auswirkungen

Die Warnstreiks an den Flughäfen liefen parallel zu Aktionen mit Zehntausenden Beschäftigten aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes. Betroffen waren unter anderem Kindertagesstätten, Müllabfuhr, Stadtreinigung, Bürgerämter, Verwaltungen, Schwimmbäder, Jobcenter, Arbeitsagenturen, Nahverkehr und Außenstellen der Deutschen Rentenversicherung.

Verdi will damit Druck vor der dritten Tarifrunde machen. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.


bea/rb (dpa)

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