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Libyen

Hunderte Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

630 Flüchtlinge trieben in nicht seetüchtigen Booten vor Libyen, als die italienische Küstenwache sie entdeckte. Für die Insassen eines anderen Bootes kam jede Hilfe zu spät. Sie wurden tot an Land zurückgespült.

Italiens Küstenwache hat etwa 630 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer geborgen. Die Helfer koordinierten nach eigenen Angaben zwei verschiedene Rettungseinsätze, um die Migranten in Sicherheit zu bringen. Die Flüchtlinge waren demnach auf untauglichen und überfüllten Booten unterwegs, um nach Europa zu gelangen.

 74 Leichen angespült

So viel Glück hatten die Menschen, die mit einem anderen Boot in See gestochen waren, nicht. Dorfbewohner entdeckten an einem Strand der libyschen Ortschaft Sawiya, 45 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis, die Leichen von 74 ertrunkenen Flüchtlingen. Sie alarmierten Helfer des Roten Halbmondes. Wie ein Sprecher der arabischen Hilfsorganisation mitteilte, wird befürchtet, dass insgesamt bis zu 100 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. "Einige Leichen treiben noch im Wasser", erklärte er weiter.

Libyen Tote Flüchtlinge an der Küste nahe Zawiya (picture-alliance/AP Photo/IFRC/M. Karima)

Helfer bergen die Leichen

Nach Erkenntnissen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) war das Schlauchboot der Flüchtlinge wahrscheinlich am Sonntag gekentert. Schlepper hätten den Motor gestohlen und das Schiff manövrierunfähig im Mittelmeer zurückgelassen. Laut IOM kamen in diesem Jahr bereits mindestens 365 Menschen bei dem Versuch ums Leben, über das Mittelmeer ein europäisches Land zu erreichen.

Die Zahl der Flüchtlinge, die sich auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer begeben, ist laut IOM im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Bis zum vergangenen Wochenende sei 10.120 Menschen die Flucht über das Wasser gelungen. Im Vorjahr seien es im Vergleichszeitraum 6589 Flüchtlinge gewesen. Die meisten Boote starten von der Westküste Libyens, um nach Italien zu gelangen. Die Entfernung beträgt rund 300 Kilometer.

se/myk (afp, ap)

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