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Aktuell Welt

Hunderte Festnahmen nach Protesten gegen Putin

Bei Massenprotesten nach der umstrittenen Wahl von Wladimir Putin zum russischen Präsidenten sind in Moskau und St. Petersburg mehrere hundert Menschen festgenommen worden. Auch im Ausland nimmt die Kritik am Kreml zu.

Auf dem Puschkin-Platz in Moskau drängten Bereitschaftspolizisten zahlreiche Demonstranten in bereitgestellte Polizeibusse. In der ganzen Stadt seien etwa 250 Menschen festgenommen worden, teilten die Behörden mit. In anderen Meldungen war sogar von mehr als 500 Festnahmen die Rede.

"Ich bin empört über die Gewalt"

Unter den Festgenommenen waren auch der prominente Blogger und Regierungskritiker Alexej Nawalny sowie der Oppositionspolitiker Sergej Udalzow. Sie wurden nach wenigen Stunden wieder freigelassen. Nawalny habe eine Geldstrafe bekommen, meldete die Agentur Interfax. Der Multimilliardär Michail Prochorow, der bei der Präsidentenwahl den dritten Platz hinter Putin belegt hatte, verurteilte die Festnahmen. "Es war eine friedliche Kundgebung. Ich bin empört über die Gewalt."

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Bundestagsabgeordnete als Wahlbeobachterin

Mehrere zehntausend Menschen hatten am Montagabend in Moskau und Sankt Petersburg gegen die Rückkehr von Regierungschef Wladimir Putin ins Präsidentenamt protestiert. "Russland ohne Putin", verlangten die Demonstranten, und auch freie und faire Wahlen. In Sankt Petersburg wurden rund 300 Menschen festgesetzt.

Diese Festnahmen am Rande der Demonstrationen mehren die Befürchtungen, dass nach der erneuten Wahl Putins zum Staatschef die bürgerlichen Freiheiten in Russland wieder eingeschränkt werden könnten. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bemängelte Unregelmäßigkeiten in einem Drittel der von ihr untersuchten 98 Stimmlokale. Die Wahlkommission in Moskau wies die Vorwürfe, denen sich auch die Europäische Union anschloss, zurück. In Berlin erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert, die Umstände der Präsidentenwahl in Russland hätten in vielem nicht dem entsprochen, "was wir aus anderen Teilen Europas kennen".

ml/re (dpa, rtr, AFP)

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