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Aktuell Asien

Hunderte Bootsflüchtlinge an Indonesiens Westküste gestrandet

Die indonesische Küstenwache hat über 500 Flüchtlinge aus Myanmar aufgegriffen. Die Angehörigen der Rohingya-Minderheit waren nach Tagen ohne Nahrung und Wasser an der Nordküste der Insel Sumatra gestrandet.

Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit in Myanmar. Über 500 von ihnen drifteten in kaum seetauglichen Booten vor der indonesischen Provinz Aceh bevor sie von der Küstenwache gerettet wurden. Zwischen Myanmar und Aceh liegen mehr als 1000 Kilometer der Andamansee.

Medizinische Betreuung nötig

Einige der Männer, Frauen und Kinder benötigten dringend medizinische Hilfe, wie örtliche Medien berichteten. Sie hätten seit Tagen nichts gegessen und getrunken. Laut den Vereinten Nationen sind die Rohingya derzeit die am meisten verfolgte Volksgruppe der Welt. Vor allem im buddhistisch dominierten Myanmar, dem früheren Birma, sind sie Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt. Obwohl sie schon seit Generationen im Land leben, werden sie dort nicht als ethnische Minderheit anerkannt und erhalten nicht die Staatsbürgerschaft.

Opfer von Menschenhändlern

Vor drei Jahren brachen Unruhen zwischen Buddhisten und Muslimen aus. Danach begann im westlichen Bundesstaat Rakhine laut Menschenrechtlern ein Exodus. 100.000 Rohingya sind seitdem geflohen. Auch aus Bangladesch kommen immer mehr Bootsflüchtlinge, die versuchen, Südthailand, Malaysia oder Indonesien zu erreichen. Tausende werden auf diese Weise zu Opfern von Menschenhändlern.

Thailand kündigte an, den Menschenhandel im eigenen Land zerschlagen zu wollen. Dort waren kürzlich an der Grenze zu Malaysia zwei Dschungelcamps mit Massengräbern entdeckt worden. Polizei und Militär gehen davon aus, dass es sich dabei um die Leichen von Rohingya-Flüchtlingen handelt.

uh/wl (dpa,epd,ap)