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Kultur

Hundertausende in Kalifornien vor Bränden auf der Flucht

Die verheerenden Waldbrände in Südkalifornien haben mehr als 600 Häuser zerstört und Hunderttausende in die Flucht getrieben. Auch der Prominenten-Wohnort Malibu, wo viele Hollywood-Stars leben, ist betroffen.

Ein Feuerwehrmann sieht hilflos zu, wie ein Haus in Lake Arrowhead abbrennt, Quelle: AP

Ein Feuerwehrmann sieht hilflos zu, wie ein Haus in Lake Arrowhead abbrennt

Brände im Bezirk San Diego, Quelle: AP

Brände im Bezirk San Diego

Vierzehn große Buschbrände von der mexikanischen Grenze bis nach Santa Barbara haben den Süden Kaliforniens in ein Flammenmeer verwandelt. Die Brände zerstörten bereits mehr als 600 Häuser. Allein in der der Stadt Rancho Bernardo im Norden von San Diego fielen 300 Häuser den Flammen zum Opfer, in der Ortschaft Lake Arrowhead gingen über hundert Häuser in Flammen auf. Mindestens ein Mensch, vermutlich ein illegaler Einwanderer aus Mexiko, ist seit dem Wochenende ums Leben gekommen. 21 Menschen, darunter fünf Feuerwehrleute, wurden verletzt.

Hilfe aus anderen Staaten

Die Brände trieben hunderttausende Menschen in die Flucht: Allein im Landkreis San Diego mussten laut Behördenangaben 250.000 Menschen ihre Häuser verlassen. In San Diego und Umgebung wurden auch mehrere hundert Patienten einer Klinik und mehrer Pflegeheime in Sicherheit gebracht. Im Bezirk Orange wurde ein Gefängnis mit mehr als 1000 Häftlingen geräumt. Insgesamt wurden fast 195.000 Haushalte evakuiert.

Ein Haus bei Lake Arrowhead geht in Flammen auf, Quelle: AP

Ein Haus bei Lake Arrowhead geht in Flammen auf

Die Feuerwehr von Kalifornien bat ihre Kollegen in anderen US-Staaten um Hilfe. Mindestens 14 Brände seien außer Kontrolle geraten, sagte Patti Roberts von der Katastrophenschutzbehörde. Mehr als 2000 Feuerwehrleute sind seit Sonntag an 13 verschiedenen Groß-Brandherden im Einsatz, sie werden von 30 Hubschraubern und Flugzeugen unterstützt. Allerdings erzielten sie nicht viele Erfolge, denn die Bedrohungslage veränderte sich stündlich, da starker Wind die Flammen immer weiter voranpeitschte. An einigen Orten schossen die Flammen bis zu 60 Meter hoch.

"Tragische Zeit"

Gouverneur Arnold Schwarzenegger erklärte sieben Bezirke zu Notstandsgebieten und machte so den Weg für staatliche Hilfen frei. "Das ist eine tragische Zeit für Kalifornien", sagte Schwarzenegger. Er beorderte zur Unterstützung der völlig ermüdeten Feuerwehrleute 1500 Soldaten in die Brandgebiete. Das Verteidigungsministerium schickte Brandbekämpfungs-Flugzeuge, Präsident George W. Bush sagte Hilfe zu.

Bewohner von Foothill Ranch bei der Evakuierung, Quelle: AP

Bewohner von Foothill Ranch bei der Evakuierung

Die Nationalgardisten sollten den Kampf gegen die Flammen unterstützen, erklärte Schwarzenegger. Dafür würden auch Soldaten von der Grenze zu Mexiko abgezogen. Außerdem schickte das Pentagon nach Angaben des Gouverneurs auf Aufforderung zusätzliche Ausrüstung für die Brandbekämpfung. Dazu zählten spezielle Tankbehälter, die an Hercules-Maschinen angebracht werden und 12.000 Liter Löschwasser fassen können.

"Dorf der Millionäre" in Flammen

Es wird erwartet, dass kräftige heiße Wüstenwinde die Flammen in den kommenden Tagen weiter anfachen. Die Tagestemperaturen in der Region liegen weiter über 30 Grad, im Sommer hat es kaum geregnet. Ein Sprecher der Feuerwehr von San Diego verglich die Lage mit den schlimmen Bränden 2003, als in Kalifornien 22 Menschen getötet und 3000 Häuser zerstört wurden.

Brände auf den Hügeln von Malibu, Quelle: AP

Brände auf den Hügeln von Malibu

Ebenfalls betroffen ist der Prominenten-Wohnort Malibu, in dem viele Hollywood-Stars ihre Villen haben. Unter anderem fiel das bekannte Millionärsanwesen Castle Kashan den Flammen zum Opfer. Tausende Häuser mussten evakuiert werden. Der berühmte Küstenort mit seinen rund 12.000 Einwohnern zählt zu den teuersten Wohngegenden der USA. Zu seinen prominenten Bewohnern gehören unter anderem Sting, Robert Redford, Barbra Streisand, Cher und Richard Gere. Bereits 1993 waren im "Dorf der Millionäre" bei verheerenden Waldbränden 400 Häuser zerstört worden. In der Villensiedlung Malibu waren die Schauspieler Mel Gibson, Kelsey Grammer und Victoria Principal gezwungen, vor den Flammen auszuweichen. Weniger reiche Bewohner der Region wurden in das Qualcomm-Stadion von San Diego gebracht. (stu)

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