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Frankreich

Hundert Macron-Anhänger kündigen Rückzug an

Pünktlich zum sechsmonatigen Dienstjubiläum verweigern hundert Mitstreiter dem französischen Präsidenten Macron die Gefolgschaft. In einem offenen Brief kritisieren sie den autoritären Stil innerhalb seiner Bewegung.

Emmanuel Macron (Reuters/P.Wojazer)

Macron bei einer Wahlkampfveranstaltung von "En Marche" im Mai 2017

"100 Demokraten" nennt sich die Gruppe der Aufständischen, unter denen sich auch einige gewählte Kommunalvertreter befinden. Ihr offener Brief, der vom Rundfunksender Franceinfo veröffentlicht wurde, enthält deutliche Vorwürfe, die sich an Emmanuel Macron und die Spitze seines Bündnisses richten.

So heißt es unter anderem, Macrons Bewegung "La République en Marche" (LREM) habe seit seinem Amtsantritt im Mai ihre Prinzipien verraten. Statt Basisdemokratie habe sich eine "Herrschaft der Eliten" durchgesetzt.

Vergleich mit "Ancien Régime"

In dem Brief ist zudem von "Arroganz" der LREM-Verantwortlichen die Rede sowie von "Drohungen" und "Einschüchterungsversuchen" gegenüber engagierten Mitgliedern. Die autoritären Strukturen erinnerten an das "Ancien Régime". Gleichzeitig sei um den politischen Hoffnungsträger Macron ein "Personenkult" entstanden. 

Die "100 Demokraten" kritisieren aber auch das Prozedere zur Wahl des neuen Parteivorsitzenden, die am kommenden Samstag im Rahmen des ersten LREM-Parteitags stattfinden soll. Der bisherige Regierungssprecher Christophe Castaner ist der einzige Kandidat für den Posten, eine Urwahl unter den insgesamt rund 380.000 Mitgliedern ist nicht vorgesehen. Damit werde das "Prinzip demokratischer Wahlen negiert, das durch die französische Revolution und die Verfassung geheiligt" sei, heißt es in dem Brief weiter.

djo/kle (afp, francetvinfo.fr)