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Fußball

Hummels hofft auf Nordirland-Trikot

Die DFB-Elf trifft in Paris auf EM-Neuling Nordirland. Der Respekt vor dem Gegner ist groß, die Begeisterung aber auch. Besonders Mats Hummels gerät ins Schwärmen. Zudem entgeht der Bundestrainer einer UEFA-Strafe.

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DFB-Elf vor dem letzten Gruppenspiel

Als Leverkusens Verteidiger Manuel Friedrich in einem Champions-League-Spiel vor vier Jahren bereits in der Halbzeitpause mit Barcelonas Superstar Lionel Messi das Trikot tauschte, sorgte das für viel Spott und Häme. Friedrich musste seine Trophäe später versteigern. Eine vergleichbare Szene wird sich am Dienstag in Paris sicher nicht wiederholen - doch einen Trikottausch könnte es nach Abpfiff dennoch geben. Eventuell sogar mit einem Spieler, der gar nicht zum Einsatz kommt.

Im dritten und letzten Gruppenspiel trifft Deutschland auf Nordirland (18 Uhr MESZ, ab 17:45 Uhr im DW-Liveticker) und sollte gewinnen, um sich den Gruppensieg vor den punktgleichen Polen zu sichern. "Wir müssen von der ersten Minute an überlegen sein gegen Nordirland, damit sie gar nicht die Chance haben, darüber nachdenken zu können, ob sie gegen uns gewinnen können," forderte deswegen der deutsche Nationalverteidiger Mats Hummels. Trotz Favoritenrolle sei der Respekt vor dem EM-Neuling sehr groß.

"Will Grigg's on fire"

Besonders die Begeisterung der Nordiren beeindruckt den Abwehrspieler. "Ich habe gehört, dass knapp ein Zehntel der Bewohner Nordirlands hier in Frankreich ist. Acht Millionen Menschen werden wir nicht hinkriegen, aber das zeigt nur, wie sehr das ganze Land hinter der Mannschaft steht." Vor allem ein Spieler hat es Hummels angetan: Will Grigg. Der Angreifer wurde mit 25 Treffern in der englischen dritten Liga Torschützenkönig und ist der meist besungene Spieler der Nordiren. "Will Grigg's on fire" schallt es regelmäßig bei Spielen von der Tribüne.

Frankreich Fußball-EM Will Grigg

Noch ohne Einsatz bei der Europameisterschaft, aber der Liebling bei den Fans: Will Grigg

Mittlerweile sind die irischen Fans europaweit bekannt und das Lied stürmte innerhalb kürzester Zeit auf Platz sieben der englischen Charts. "Ich liebe diese Story", schwärmte Hummels. "Ich finde auch das Lied geil. Er soll morgen nur nicht treffen." Vorsingen wollte der Weltmeister den Stadion-Hit aber nicht. Er sei der wohl schlechteste Sänger im DFB-Team, gestand der ehemalige Dortmunder und kündigte an: "Ich bin großer Fan von ihm und werde schauen, ob er nach dem Spiel sein Trikot entbehren kann."

Mehr Chancen gegen Nordirland

Trotz aller Sympathie für den Gegner, das Team von Bundestrainer Joachim Löw will beim Duell gegen Nordirland unbedingt die eigene Entwicklung weiter vorantreiben. In den vergangenen Tagen war Kritik an der Offensivarbeit der Nationalmannschaft laut geworden. Das soll sich am Dienstag ändern. "Wir haben so viel offensive Qualität, dass ich mir sicher bin, dass wir gegen Nordirland zu mehr Chancen kommen werden", versprach Hummels. Auch Co-Trainer Thomas Schneider gab sich selbstbewusst. "Wir wollen uns als Gruppenerster qualifizieren". Schneider musste Löw kurzfristig vertreten. Der Bundestrainer klagte am Nachmittag über Halsschmerzen und eine leichte Erkältung. Von einer Strafe wegen des Fernbleibens des Bundestrainers sah die UEFA aber ab. Das Abschlusstraining leitete Löw warm eingepackt und wohlwissend, wie wichtig das dritte Gruppenspiel ist.

Denn Deutschland liefert sich ein Fernduell mit Polen um den ersten Tabellenplatz. "Angenommen, Polen führt 3:0 und wir 1:0, dann würden wir natürlich auch versuchen, nachzulegen, weil wir Platz eins wollen. Das Ergebnis des Gegners beeinflusst einen schon", sagte Hummels. Wer die Tore schießen soll und ob ein neuformierter Angriff gegen Nordirland eine Chance bekommt, ließ auch Assistent Schneider offen. Zwar lobte er den Schalker Leroy Sané ausdrücklich, ein Einsatz in der Startelf scheint aber nicht realistisch. "Er hat sehr gut trainiert, macht einen guten Job, und vielleicht kommt seine Chance im Verlauf des Turniers noch." Und vielleicht gilt das auch für Will Grigg.

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