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Aktuell Kultur

Humboldts Tagebücher wieder "zu Hause"

Die Aufzeichnungen der Südamerika-Reise des großen deutschen Forschers Alexander von Humboldt sind in einem Festakt an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben worden.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte die Tagebücher bei der Feierstunde in Berlin am Dienstag (04.03.2014) einen "sympathischen, weltläufigen und zutiefst menschlichen Teil unseres preußischen Erbes". Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sprach von einem "Glücksfall für die Wissenschaft".

Ein Gemälde Humboldts aus dem Jahr seiner Rückkehr 1804 (Foto: ullstein bild - Granger Collection)

Ein Gemälde Humboldts aus dem Jahr seiner Rückkehr 1804

Alexander von Humboldt

reiste von 1799 bis 1804 durch Mittel- und Südamerika. In neun Tagebüchern notierte er auf rund 4000 Seiten seine Erlebnisse und Eindrücke. Neben den handschriftlichen Reiseaufzeichnungen enthalten die Werke literarische Stücke, Skizzen, Pläne und ausgeschnittene Berichte. Sie gelten als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Manuskripte des 19. Jahrhunderts.

Die lange Reise der Reisetagebücher

Die staatliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz erwarb die Aufzeichnungen 2013 für eine nicht genannte Summe von einem Nachfahren der Familie Humboldt. Zuvor hatten die Reisetagebücher eine wahre Odyssee hinter sich: Im Mai 1945 waren sie zunächst durch die Rote Armee abtransportiert und in die Moskauer Lenin-Bibliothek überführt worden. 1958 übergab die Regierung der Sowjetunion im Rahmen einer großen Rückgabeaktion von Kulturgut die Werke an die Deutsche Staatsbibliothek in Ost-Berlin

Vom großen Gelehrten höchstselbst vermessen: der Vulkan Chimborazo in Ecuador (Foto: picture-alliance/akg)

Vom großen Gelehrten höchstselbst vermessen: der Vulkan Chimborazo in Ecuador

Der Kauf wurde von privaten und öffentlichen Geldgebern finanziert. Kulturstaatsministerin Grütters betonte, es sei gelungen, ein bedeutendes Dokument als nationales Kulturgut in Deutschland zu behalten. Hintergrund: Wäre der Kauf nicht zustande gekommen, hätten die Tagebücher auf einer internationalen Auktion den Besitzer wechseln können.

Es sei "unmittelbar einleuchtend", dass in Berlin der "einzig richtige Platz für diese Reisetagebücher ist", erklärte Stiftungspräsident Hermann Parzinger bei der Übergabe. "Hier lebte und wirkte Alexander von Humboldt, hier prägte er die Wissenschaftslandschaft, wie kaum ein Anderer vor oder nach ihm." Eine Präsentation der Tagebücher für die Öffentlichkeit sei im Laufe des Jahres geplant.

Der gebürtige Berliner Alexander von Humboldt lebte von 1769 bis 1859 und gilt als einer der größten deutschen Universalgelehrten von Weltrang. Er ist ein Mitbegründer der Geographie und betrieb darüber hinaus zahlreiche Feldstudien auch in anderen Wissenschaften wie Physik, Chemie und Biologie. Seine Reisen führten ihn auch in die USA und nach Zentralasien.

bgö/kap (afp, dpa, DW, SPK)

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