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Aktuell Asien

Human Rights Watch prangert Zustände in Kambodschas Textilindustrie an

Die Kritik an den miesen Verhältnissen in Südostasiens Bekleidungsfabriken will nicht enden. Nun hat Human Rights Watch die Situation in Kambodscha unter die Lupe genommen - Appelle an Regierung und Konzerne inklusive.

Human Rights Watch hat schwere Vorwürfe gegen Kambodschas Textilindustrie erhoben. In dieser Branche würden weiterhin Kinder beschäftigt, kritisiert die Menschenrechtsorganisation in einem in der Hauptstadt Phnom Penh vorgestellten Bericht. Zudem zwängen Fabrikbesitzer Arbeiterinnen zu Überstunden und kümmerten sich nicht angemessen um Schwangere. Manche Fabriken seien schlecht gelüftet und in einigen keine Toilettenpausen erlaubt, so Human Rights Watch weiter. Schließlich würden auch immer wieder Gewerkschaftsvertreter eingeschüchtert.

Befragung von 270 Beschäftigten

Der Bericht von Human Rights Watch trägt den Titel "Work faster or get out" und basiert auf der Befragung von 270 kambodschanischen Textilarbeitern und -arbeiterinnen in ingesamt 73 Betrieben. Die Organisation appellierte an die Regierung in Phnom Penh, die Arbeitsgesetze zu verschärfen und so die Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie effektiver vor Ausbeutung zu schützen. Zugleich wurden die großen Textilketten, die in Kamboscha produzieren lassen, aufgefordert, auf eine Verbesserung der Verhältnisse in den Fabriken zu dringen.

90 Prozent Frauen

Die kambodschanische Bekleidungsindustrie gilt als wichtigster Exportzweig und umfasst nach Angaben des Industrieministeriums des südostasiatischen Landes mehr als 700.000 Beschäftigte, 90 Prozent davon sind Frauen. Der vorgeschriebene Mindestlohn liegt seit Anfang des Jahres bei 128 US-Dollar, heute umgerechnet 120 Euro. Es gibt rund 1200 Betriebe, die Unternehmer kommen auch aus Hongkong, Taiwan, China und Singapur. Sie beliefern unter anderem Sportartikelabrikant Adidas und Modehersteller wie Armani, Gap und H&M.

sti/cr (dpa, ape)

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