1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Menschenrechte

Human Rights Watch kritisiert WM-Baustellen in Russland

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Russland und den Fußball-Weltverband FIFA wegen der Ausbeutung von Arbeitern auf den Baustellen für die WM 2018 scharf kritisiert. Die FIFA widersprach.

Stadion-Baustelle in Sankt Petersburg im April 2016 (picture alliance/Photoagency Interpress)

Stadion-Baustelle in Sankt Petersburg im April 2016

Kurz vor dem Anpfiff zum Confederations Cup hat Human Rights Watch (HRW) den Fußball-Weltverband FIFA wegen der Arbeitsbedingungen auf Stadionbaustellen in Russland scharf kritisiert. "Das Versprechen der FIFA, die Menschenrechte zu einem Herzstück ihrer globalen Operationen zu machen, wurde in Russland auf den Prüfstand gestellt, und die FIFA kommt schlecht weg", sagte Jane Buchanan, stellvertretende Direktorin von HRW, in einem Statement. Die Menschenrechtsorganisation präsentierte einen Report mit dem Titel "Rote Karte: Ausbeutung von Bauarbeitern in WM-Stadien in Russland".  

"Bauarbeiter in WM-Stadien sind Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt, und die FIFA hat noch nicht gezeigt, dass sie diese Probleme effektiv überwachen, verhindern und beheben kann",  so Buchanan weiter. Nach dem Skandal um nordkoreanische Arbeiter auf der Baustelle in St. Petersburg habe die FIFA nicht öffentlich erklärt, wie sie diese Arbeiter schützen wolle. Zwar hätten der Fußball-Weltverband und die russische Regierung spürbare Schritte unternommen, die Arbeitsbedingungen zu überwachen, allerdings müssten die Ergebnisse auch dokumentiert werden, so die Forderung von HRW.

Den Arbeitern in sechs WM-Städten sei Lohn gar nicht oder erst verspätet gezahlt worden, so HWR. Außerdem seien ihnen bei eisigen Minustemperaturen Pausen zum Aufwärmen untersagt worden. Mindestens 17 Arbeiter seien zudem auf WM-Baustellen ums Leben gekommen.

Die FIFA wies die Anschuldigungen noch vor Veröffentlichung des Reports zurück. Obwohl man keine vertraglichen Bindungen mit den Baufirmen habe, unternehme man mehr als jede andere Sportorganisation, um Menschen- und Arbeiterrechte zu schützen. Die vierteljährlichen Untersuchungen kämen nicht zu den gleichen Ergebnissen wie Human Rights Watch. Man bekenne sich zu seiner Verantwortung und teile mit HRW das Ziel, vernünftige Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen zu sichern, sagte ein FIFA-Sprecher.

Die Menschenrechtsorganisation warf zudem den russischen Behörden vor, dass HRW-Vertreter vor Ort eingeschüchtert worden seien, als sie versuchten, mit den Bauarbeitern zu sprechen. Ein Mitarbeiter sei in Wolgograd sogar von der Polizei festgenommen worden.

Die WM findet 2018 in elf russischen Städten statt. Am Samstag beginnt der Confed Cup als Testlauf mit acht Teams, darunter Weltmeister Deutschland.

stu/qu (afp, dpa)