Hubschrauberabsturz in den Abruzzen | Aktuell Europa | DW | 24.01.2017
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Italien

Hubschrauberabsturz in den Abruzzen

Bei dem Unglück nahe einem Skigebiet des italienischen Gebirges sind alle sechs Insassen ums Leben gekommen. Unterdessen läuft die Suche beim Lawinen-Hotel weiter. Die Zahl der geborgenen Toten ist auf 17 gestiegen.

Der Hubschrauber sei in der Nähe des beliebten Skigebiets Campo Felice in eine mehrere Hundert Meter tiefe Schlucht gestürzt, so die Nachrichtenagenturen Ansa und ADN Kronos. An Bord sei neben den Rettern auch ein verletzter Skifahrer gewesen, der in ein Krankenhaus geflogen werden sollte. Die Rettung sei wegen dichten Nebels schwierig: "Wir haben einen Helikopter tief fliegen sehen und wir haben uns gefragt, wieso", sagte der Bürgermeister des nahen Ortes Lucoli, Gianluca Marrocchi. "Wenig später verschwand er im Nebel."

Angeblich war auch ein Arzt, der an dem verschütteten Hotel im Einsatz gewesen sein soll, unter den Opfern. Seit Tagen suchen Erdbeben, Schneefälle und schlechtes Wetter die Region heim. Vergangene Woche hatte eine Lawine das Hotel "Rigopiano" in der Gemeinde Farindola verschüttet. Die Zahl der aus den Trümmern geborgenen Toten hat sich inzwischen auf 17 erhöht. 12 Menschen werden nach Angaben der Behörden weiterhin vermisst. Die Retter suchen noch immer Tag und Nacht nach möglichen Überlebenden. "Wir werden nicht aufhören, bis wir sicher sind, dass keiner mehr unter den Trümmern ist", so ein Mitarbeiter des Zivilschutzes.

Behörden ermitteln

In den Tagen nach dem Unglück konnten neun Überlebende aus dem Gebäude gezogen werden, darunter vier Kinder. Zwei Menschen hatten das Unglück überlebt, weil sie bei dem Lawinenabgang vor dem Hotel waren. Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen Unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Unter anderem muss geklärt werden, ob der Rettungseinsatz nur schleppend anlief und ob Notrufe ignoriert wurden. Auch stellt sich die Frage, ob das Hotel an dem Steilhang nach den heftigen Schneefällen in der Region nicht schon vorher hätte evakuiert werden hätte müssen, und ob der Bau vorschriftsmäßig errichtet wurde.

Die Rettungsarbeiten am Hotel gehen weiter (picture-alliance/AP Photo/ANSA)

Die Rettungsarbeiten am Hotel gehen weiter

Das auf 1200 Metern Höhe gelegene Hotel "Rigopiano" wurde 1972 an der Stelle einer einfachen Schutzhütte im Naturschutzgebiet des Gran-Sasso-Massivs in den Abruzzen eröffnet und vor zehn Jahren zu einem Vier-Sterne-Haus mit beheiztem Außenpool und Sauna ausgebaut. Ermittler waren längere Zeit dem Verdacht nachgegangen, dass Gemeindevertreter bestochen wurden, um den Ausbau des Hotels zu ermöglichen. Im vergangenen November wurden die Ermittlungen eingestellt.

Die örtlichen Behörden werden zudem kritisiert, weil sie offenbar nach dem Erdbeben nicht dafür sorgten, dass die Straße zum Hotel vom Schnee geräumt wurde. Dadurch konnten die Gäste das Hotel nicht rechtzeitig verlassen.

cgn/mak (afp, dpa)

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