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Deutschland

Huber geht, Seehofer kommt

Der CSU-Parteichef zieht aus dem Wahldebakel in Bayern Konsequenzen und geht. Sein Vize Horst Seehofer soll sein Nachfolger werden. Weitere Rücktritte sind nicht ausgeschlossen.

Der Chef geht: Huber vor der CSU-Parteizentrale in München ein (Foto: AP)

Der Chef geht: Huber vor der CSU-Parteizentrale in München ein

Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat am Dienstag (30.9.2008) in München seinen Rücktritt angekündigt. Der 62-Jährige zog damit die Konsequenzen aus dem Debakel seiner Partei bei der bayerischen Landtagswahl am Sonntag. Er werde sein Amt auf dem Sonderparteitag am 25. Oktober zur Verfügung stellen.

"Ich gebe damit meiner Partei die Chance zu einem personellen Neubeginn", sagte Huber in einer kurzen Erklärung. Er bleibe aber in der politischen Verantwortung und werde weiter für die CSU und Bayern arbeiten.

Seehofer als neuer Parteichef

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer soll neuer Parteichef werden. Das bestätigte Bundeswirtschaftminister Michael Glos am Dienstag in Berlin unmittelbar vor einer Sondersitzung der CSU-Landesgruppe, an der auch Seehofer teilnahm. Ob er auch Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2009 werden soll, ist bislang nicht bekannt.

Bis zum Sonderparteitag soll laut mehrerer Nachrichtenagenturen CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer vorläufig im Amt bleiben. Ob sie ebenfalls zurücktreten wird, ist bisher unklar.

Beckstein bleibt im Amt

Bayern Ministerpräsident Günther Beckstein hat unterdessen dementieren lassen, dass er von seinem Amt zurücktreten will. Entsprechende Informationen der Münchner "Abendzeitung" seien "absolut falsch", sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Dienstag in München.

Am Montagabend hatten sich Huber, Beckstein, Seehofer und mehrere andere führende CSU-Politiker in München zu einem Krisengespräch getroffen. Die CSU war bei der Landtagswahl am Sonntag von 60,7 auf 43,4 Prozent abgestürzt. Sie büßte ihre Alleinherrschaft ein und ist künftig auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Mehrere Krisentreffen

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag trifft sich in Berlin, um über die Neuaufstellung der Parteispitze zu beraten. Am Mittwoch folgt dann ein Treffen der CSU-Landtagsfraktion in München.

Nach dem Wahlfiasko hatten starke Kräfte in der CSU von Huber und auch Ministerpräsident Beckstein einen schnellen Rücktritt gefordert. Die Bewegung ging vom Bezirksverband Oberbayern aus - dem größten und einflussreichsten Bezirksverband. (kap)

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