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Islamistischer Terror

Hotelbesetzung nach Anschlag in Mogadischu beendet

Nach dem islamistischen Anschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu verschanzten sich Islamisten in einem Hotel. Zehn Stunden später war die Besetzung beendet. Noch ist unklar wie viele Tote es dabei gab.

Mitglieder der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz hatten am Samstag in der Nähe des Hotels "Nasa Hablod 2" zwei Autobomben gezündet. Dabei wurden mindestens 27 Menschen getötet, 30 weitere verletzt. Die Behörden schlossen nicht aus, dass sich die Zahl der Todesopfer noch weiter erhöht. Bewaffnete Islamisten stürmten das bei Politikern und Regierungsmitarbeitern beliebte Hotel und nahmen es anschließend für zehn Stunden ein. Nach Angaben der örtlichen Polizei habe sich einer der Kämpfer während der Besetzung der Hotels selbst in die Luft gesprengt. Dabei seien vermutlich auch Sicherheitskräfte getötet worden.

Zuvor war es zu Gefechten zwischen Islamisten und Sicherheitskräften gekommen, die bis in die Nacht andauerten. Lokalen Medienberichten zufolge wurden einige der Angreifer erschossen, andere wurden lebend gefasst. An dem Anschlag sollen mindestens fünf Milizkämpfer beteiligt gewesen sein. Sicherheitskräfte hatten zuvor mehr als 30 Menschen aus dem Hotel retten können. Unter den Geretteten habe sich auch ein Minister befunden. 

"Teile Trauer der Familien"

Die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz hatte sich zu dem Anschlag bekannt, wie die auf die Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte "Site Intelligence Group" meldete. Der somalische Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed sagte in einer Stellungnahme, seine Regierung werde den Terroristen trotzen. Der Anschlag werde sie nicht davon abhalten, gegen Al-Shabaab vorzugehen. "Ich teile die Trauer der Familien und Freunde angesichts dieser neuen tödlichen Attacke hier in Mogadischu", sagte der Präsident.

Erst Mitte Oktober waren bei einem Anschlag mit einem mit Sprengstoff präparierten Lastwagen vor einem Hotel in Mogadischu mindestens 358 Menschen getötet und knapp 300 weitere verletzt worden. Zu dem folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des ostafrikanischen Landes bekannte sich bisher niemand. Die somalischen Behörden gehen jedoch davon aus, dass er ebenfalls von der Al-Shabaab verübt wurde.

Die mit Al-Kaida verbündete Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats und hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt. Zwar hatten Truppen der Afrikanischen Union (AU) und der somalischen Armee die Al-Shabaab 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin im Land aktiv. Neben Angriffen auf somalische oder ausländische Militärstützpunkte verüben sie immer wieder auch Anschläge in Mogadischu. Rund 22.000 Soldaten der AU befinden sich zurzeit in Somalia, um die Zentralregierung militärisch zu unterstützen.

bri/mak (dpa, afp)