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Wirtschaft

Hotel-Paradies bald auch in Europa

Europa musste lange warten, 2009 soll es soweit sein. Dann will die asiatische Luxus-Hotelgruppe mit dem selbstbewussten Namen Shangri-La (Paradies) Häuser in London, Paris und Frankfurt eröffnen.

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Empfang auf asiatisch: Bellgirls statt Bellboys

"Das besondere an Shangri-La ist die spezielle asiatische Einstellung zum Gast, die mehr ist, als nur Service am Kunden", antwortet Anita Meier, Pressesprecherin der Hotelkette für den deutschsprachigen Raum auf die Frage, was ein Shangri-La-Hotel von den zahlreichen internationalen Wettbewerbern wie Hilton oder Marriott unterscheidet. Genau für diese Form der Gastfreundschaft sieht die nach eigenen Angaben größte Hotelkette Asiens gute Wachstumschancen in Europa.

Chinesen als Zielgruppe

Neben einem Prestigeobjekt im geplanten Bridge Tower in London, sollen auch Paris und Frankfurt Shangri-La-Hotels bekommen. "Frankfurt hat von allen deutschen Städten den höchsten Anteil an ausländischen Gästen, deshalb ist die Stadt ein sinnvolles Ziel für internationale Hotelkonzerne", sagt Jörg Föllmer, Geschäftsführer von hotelbiz consulting. Er ergänzt: "Natürlich ist der Fünf-Sterne-Markt sehr eng, aber ich denke Shangri-La wird versuchen, ihr Produkt in Frankfurt und Europa auf dem asiatischen Markt zu verkaufen und so mehr Nachfrage zu generieren."

Shangri-La Hotel

Wendeltreppe im Shangri-La im chinesischen Shenzhen

Chinesische Geschäftsleute und Touristen sind denn auch eine der Hauptzielgruppen für die Häuser in Frankfurt und Paris. Auf den Flughäfen beider Städte kommen jährlich über eine Million Reisende aus China an, die dann - so das Konzept der Hotelmanager - am liebsten im vertrauten Ambiente übernachten wollen. Nicht-Chinesen sind aber auch gerne gesehen: Nach Angaben von Marketing-Vorstand Martin Waechter kommen bereits 17 Prozent der Shangri-La-Kunden aus Europa.

Sinkende Preise für Luxushotels

Ob die asiatische Gastfreundschaft und chinesische Stammkunden genug sind, um sich auch in Europa im umkämpften Fünf-Sterne-Segment etablieren zu können, muss Shangri-La erst noch beweisen. "Die Preisstruktur im Fünf-Sterne-Bereich bröckelt weiter und es wird auch künftig noch schwieriger werden, die Kundenschicht, die das bezahlen kann, von diesen Preisen zu überzeugen", erläutert Hotellerie-Beraterin Monika Krauthahn. Ein neuer und in Europa noch relativ unbekannter Anbieter wie Shangri-La müsse deshalb mehr bieten als die Wettbewerber. "Es reicht nicht, einfach ein tolles Hotel irgendwo hin zu bauen und auf Kunden zu warten, sondern man muss ein passendes Konzept für den jeweiligen Markt mit einem guten Marketing und Vertrieb haben."

Das Geld für die internationale Expansion hat das in Hongkong ansässige und mehrheitlich vom malayischen Mischkonzern Kuok Group kontrollierte Unternehmen jedenfalls. Bis 2010 sollen drei Milliarden Dollar weltweit in neue Hotels investiert und die Zahl der Häuser von derzeit 46 fast verdoppelt werden. Dabei stehen neben Europa besonders Nordamerika und China auf der Agenda. Shangri-La erwartet durch den WTO-Beitritt und die Olympischen Spiele in Peking 2008 einen weiteren Schub für die chinesische Tourismusbranche und plant zahlreiche Hotelneubauten im Land. In Nordamerika sollen neben dem kanadischen Vancouver auch in mehreren US-Metropolen asiatische Luxushotels entstehen.