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Bairisch

Hosd mi? Verstehst du Bairisch?

Oachkatzelschwoaf, den missens kenne – den Eichhörnchenschwanz. Denn nichts hat je mehr Hohn und Spott verursacht, als wenn ein Zuagroaster bei dem Versuch scheitert, den Oachkatzelschwoaf richtig auszusprechen.

Die Vokale sind das A und O in Bayern. Der Bayer macht aus dem ei ein oa. "Ich heisse" wird im Bairischen zu "I hoas" und "Ich weiß" zu "I woas". Aber nicht jedes ei wird zum oa. Die Farbe weiß ist und bleibt weiß und nicht etwa woaß.

Vui zvui Gfui
Bairisch ist vor allem eine Sache des Gfuis (des Gefühls), und das variiert von Region zu Region. Denn Bairisch wird nicht nur in Ober- und Niederbayern gesprochen, sondern auch in der Oberpfalz und in weiten Teilen Österreichs. Andererseits wird nicht überall in Bayern der gleiche Dialekt gesprochen. Neben dem bairischen gibt es hier auch fränkische, oberpfälzische und schwäbische Sprachräume.

Innerhalb eines Sprachraums existieren wiederum verschiedene Dialektfärbungen, oft bereits von Dorf zu Dorf. Streichmatz, Ziebeleskäs oder Matte – für das hochdeutsche Wort Quark gibt es in Bayern mehr als 20 Dialektbezeichnungen. Ein Zuagroaster kann also nie vui zvui Gfui (viel zu viel Gefühl) haben, wenn er Bairisch lernen will.

A Maß
Einig sind sich die Bayern jedoch in weiten Teilen des Freistaates, dass die Maß (ein Liter Bier) mit einem kurzen, klaren, dunklen a ausgesprochen wird. In der Regel wird das bairische a aber sehr hell ausgesprochen: Kas für Käse, Schar für Schere, Radi für Rettich und Anden für Ente.

Der Bayer scheut Laute wie ü und ö, er sagt miad für müde, Gligg für Glück und iber für über. Einen Genitiv gibt es nicht in Bayern. Das Auto des Vaters heißt auf Bairisch am Vadda sei Audo. Der Bayer sagt kemmen und nicht kommen: I kemm, du kemmst, er kemmt, mir kemmen. Die zweite Person Plural endet mit s: Es kemmts – und nicht etwa ihr kommt.

Hosd mi?
Noch eine kleine Orientierungshilfe: Owe heißt runter, auffe wird zu rauf, umme ist rüber und viere nach vorn. A gmahte Wiesn bezeichnet eine gute, leicht wahrzunehmende Gelegenheit. Wenn der Erfolg eintritt, ist der Kaas gegessen. Tritt er nicht ein, hat die Person an Dregg im Schachterl.

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