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Top-Thema – Podcast

Horst Köhler der neue Bundespräsident

Unmittelbar nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten hat Horst Köhler deutliche Kritik an Wirtschaftsführern und Politikern in Deutschland geübt.

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Der neue Bundespräsident Horst Köhler

Der Finanzexperte war am Sonntag (23.5.2004) in das Amt gewählt worden.

"Man muss sich einordnen können in die Situation der Gesellschaft, und einige Wirtschaftsmanager können das sehr schlecht", sagte Köhler am Sonntagabend im ARD-Fernsehen. Wenn jemand ein großes Unternehmen führe, zweistellige Millionenbeträge an Gehalt beziehe und gleichzeitig vermittle, "dass er zehntausende von Leuten freisetzt, dann fehlt es hier nicht nur an Instinkt, sondern auch an unternehmerischem Bewusstsein", so Köhler.

Allgemein wünsche er sich bei den führenden Managern in Deutschland mehr Verantwortungsbewusstsein. Zur aktuellen Politik in Deutschland sagte der ehemalige IWF-Chef, sie sei "ein bisschen müde geworden, auch zu schauen, was die Bürger wirklich bewegt."

Der 61-jährige Köhler wird der 9. Bundespräsident seit 1949. Er übernimmt das höchste Staatsamt am 1. Juli. Bislang stand der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds IWF als politischer Beamter meist jenseits der öffentlichen Wahrnehmung. Köhler war maßgeblich an der Wirtschafts- und Währungsunion bei der deutschen Einheit sowie der Einführung des Euro beteiligt.

Köhler erhielt als Kandidat von Union und FDP in der Bundesversammlung 604 Stimmen - das ist lediglich eine mehr als für die absolute Mehrheit (603) erforderlich. Die Wahl Köhlers gut zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl wird von Union und FDP als Signal für einen Machtwechsel in der Bundespolitik gewertet. Köhler wies diese Interpretation zurück.

Der deutsche Bundespräsident hat deutlich weniger Befugnisse als etwa die Staatsoberhäupter Frankreichs oder der USA. Trotzdem ist das Amt nicht nur auf repräsentative Aufgaben beschränkt. So können Gesetze erst dann wirksam werden, wenn der Präsident sie unterschrieben hat.

GLOSSAR:

unmittelbar nach seiner Wahl – kurze Zeit nach der Wahl

Kritik an etwas / jemandem üben – etwas / jemanden kritisieren

Leute freisetzen – Leute entlassen

maßgeblich an etwas beteiligt sein – eine große, entscheidende Rolle bei etwas spielen

die Union – die beiden Parteien CDU und CSU

die Bundesversammlung – Die Bundesversammlung setzt sich aus den Parlamentariern des Bundestages und einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Volksvertretungen der Länder gewählt werden, zusammen. Sie kommt alle fünf Jahre allein zu dem Zweck zusammen, den Bundespräsidenten zu wählen.

lediglich – nur

gut zwei Jahre – etwas mehr als zwei Jahre

etwas als etwas werten – ein Urteil über etwas abgeben

das Staatsoberhaupt – die Person an der Spitze eines Staates, die den Staat repräsentiert

das Amt ist nicht nur auf repräsentative Aufgaben beschränkt – das Amt umfasst nicht nur repräsentative Aufgaben; der Präsident hat auch noch andere Aufgaben

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