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Asien

Hongkongs Regierung verurteilt blutigen Angriff in Würzburg

Der Axt-Angriff in einem Würzburger Regionalzug sorgt in ganz China für Entsetzen. Unter den Opfern war auch eine Familie aus Hongkong. Die dortige Regierung rät ihren Bürgern in Deutschland zur besonderen Vorsicht.

Am Montagabend hatte ein 17-jähriger Teenager Fahrgäste mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug attackiert. Der Täter sei später von einem Sondereinsatzkommando erschossen worden, als er auch Polizeibeamte angegriffen habe, berichtet Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Mehrere Personen seien dabei schwer verletzt worden, so Herrmann.

Entsetzen in Hongkong

Die Opferfamilie kommt aus Hongkong und verbringt in Deutschland ihren Urlaub. Mit Entsetzen haben die Behörden von Hongkong auf den Zwischenfall reagiert. Leung Chun-ying, Verwaltungschef von Hongkong, verurteilte den Angriff und sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. "Die Behörden stehen in ständigem Kontakt mit dem chinesischen Außenministerium, mit den Konsulaten in Deutschland und mit der deutschen Botschaft in Peking, um die Situation weiter zu verfolgen", hieß es in einer Pressemitteilung der Sonderverwaltungszone Hongkong.

Hongkongs Verwaltungschef Leung verurteilte den Angriff (Foto: epa)

Hongkongs Verwaltungschef Leung verurteilte den Angriff



Derzeit sind in China Schulferien. Viele Familien sind in Europa in Urlaub. Das chinesische Außenministerium hatte seine Bürger bereits am letzten Freitag (15.07.) zu Beginn der Feriensaison unter Verweis auf die jüngsten Terroranschläge weltweit zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Urlauber mögen sich vor der Abreise über die Sicherheitslage im Zielland informieren. Deutschland wird auch weiterhin als "sicheres Land" eingestuft. "Im Moment gibt es weder Reisewarnungen noch besondere Hinweise für Deutschland", berichtet Su Meng, ein Reiseveranstalter in Peking, im Gespräch mit der DW. Auch die Regierung in Hongkong hat nach dem Vorfall von Würzburg keine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen. Die Einwanderungsbehörde von Hongkong, die für die Ein- und Ausreise der Hongkonger Bürger zuständig ist, rät aber ihren Bürgern zu besonderer Vorsicht. Man solle große Menschenansammlungen meiden.

Medienberichten zufolge will die Einwanderungsbehörde noch am Dienstag ein Team nach Deutschland entsenden. Auch die Angehörigen in Hongkong würden informiert und ebenfalls nach Deutschland kommen. Ein Repräsentant der Hongkonger Wirtschaftsvertretung in Berlin ist derzeit unterwegs nach Würzburg. Gegenüber der Deutschen Welle will er bislang noch keine Auskunft zum Gesundheitszustand der Opfer geben.

Unverständnis über deutsche Flüchtlingspolitik

Der Täter ist ein 17-jähriger Asylbewerber aus Afghanistan. Er sei "brutal auf andere Fahrgäste in der Bahn losgegangen", sagte Bayerns Innenminister Herrmann. Bei der Durchsuchung seines Zimmers sei "eine handgemalte IS-Flagge" gefunden worden. Inzwischen hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Verantwortung für die Axt-Attacke übernommen.

Chinesische Touristen vor Schloss Neuschwanstein bei Füssen (Foto: dpa)

Deutschland ist bei chinesischen Touristen hoch im Kurs



Internetnutzer in China haben in ihren ersten Reaktionen nicht nur Entsetzen über die Tat, sondern auch Unverständnis über die deutsche Flüchtlingspolitik geäußert. So schrieb User "Liaowanghai" auf dem Nachrichtenportal ifeng: "Wie kann man weiterhin Flüchtlinge mit ruhigem Gewissen aufnehmen? Denk nur an Aesops Fabel 'Die Schlange und der Bauer'." In der altgriechischen Geschichte rettete ein Bauer eine Schlange mit seiner eigenen Körperwärme vor dem Erfrieren, die später seinem Retter in die Brust biss und ihn tötete. Ein anderer Nutzer namens "CC19891223" macht sich dagegen Sorgen, dass nun alle Asylbewerber unter "Generalverdacht" gestellt würden.

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