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Wirtschaft

Hongkong-Proteste beunruhigen Finanzmärkte

Bislang waren die Auswirkungen der Demonstrationen in Hongkong für mehr Demokratie auf die Märkte kaum spürbar - dies könnte sich bei einer Eskalation aber schnell ändern.

Die Proteste in Hongkong gegen die Regierung lösen auch an den Finanzmärkten zunehmend Sorgen aus. Noch scheint die Lage unter Kontrolle zu sein, doch Experten warnen: Sollte der Konflikt eskalieren, hätte es gravierende Auswirkungen für die asiatische Finanz-Metropole mit internationalen Folgen.

An der Börse hat sich die Stimmung in den vergangenen Wochen spürbar eingetrübt. Am Mittwoch wurden wegen des chinesischen Nationalfeiertags nicht gehandelt. Der Hongkong-Dollar, die Währung der chinesischen Sonderverwaltungszone, steht seit Tagen unter Druck. Die Währung Hongkongs ist in einer engen Bandbreite an den US-Dollar gebunden, weswegen sie sich normalerweise nur wenig bewegt. Dies hat sich in den vergangenen Tagen geändert: Seit Ende September steht sie unter Druck. Mit 7,77 Hongkong-Dollar war der US-Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte 2012 gestiegen.

Börse hat bereits gelitten

Auch die Börse in Hongkong hat sichtlich gelitten, seit sich die Proteste gegen den von China vorgesehenen Modus für die 2017 stattfindenden Wahlen ausgeweitet haben. Der Aktienindex Hang Seng hat sich von seinem Anfang September erreichten Jahreshoch bei 25 329 Punkten klar entfernt. In den vergangenen Wochen ist der Leitindex um 2400 Punkte oder 9,5 Prozent gefallen.

"Die zunehmenden Proteste fordern an der Börse ihren Tribut", heißt es in einer Studie des britischen Analysehauses Capital Economics. Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte anderer asiatischer Länder seien demgegenüber - zumindest bisher - begrenzt geblieben.

Weltwirtschaftliche Sanktionen drohen

"Sollten die Proteste auslaufen oder sich ohne große Gewaltausschreitungen fortsetzen, könnte eine Ansteckung anderer Märkte auch künftig ausbleiben", schreiben die Experten John Higgins und Gareth Leather von Capital Economics. Allerdings könnte es auch anders kommen: "China wird keine Kehrtwende vollführen und darauf bestehen, die Kandidaten für die Wahlen 2017 selbst zu bestimmen." Die Demonstranten lehnen personelle Vorgaben aus Peking indes ab und fordern vollständig freie Wahlen.

"Sollte die Lage außer Kontrolle geraten, könnte die chinesische Regierung letztlich ihre Armee einsetzen, um die Demonstrationen aufzulösen", heißt es bei Capital Economics. In diesem Fall sehen die Ökonomen erhebliche Ansteckungsgefahren auf die gesamte asiatische Region: Zum einen drohe China mit dem großen Finanzzentrum Hongkong ein "Tor zur restlichen Welt" zu verlieren. Zum anderen könnte die westliche Welt auf eine derartige Eskalation mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen China reagieren, ähnlich wie derzeit gegen Russland. Dies wiederum würde sich vermutlich auf den gesamten Welthandel auswirken.

ul/wen (dpa)