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Aktuell Amerika

Honduras: Konservativer führt bei Präsidentenwahl

Juan Orlando Hernández wird aller Voraussicht nach der nächste Staatschef von Honduras. Den Kampf gegen die massive Kriminalität in dem Land sieht der 45-Jährige als eine seiner wichtigsten Aufgaben an.

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Präsidentenwahl in Honduras

Der konservative Kandidat Juan Orlando Hernández hat nach einem Zwischenergebnis die Präsidentenwahl in Honduras gewonnen. Der Bewerber der Nationalen Partei kam auf rund 34 Prozent, wie das Wahlamt in Tegucigalpa nach der Teilauszählungen mitteilte. Seine stärkste Konkurrentin Xiomara Castro von der linksgerichteten Partei Libre erhielt demnach etwa 28 Prozent. Bei der Wahl genügt in Honduras eine einfache Mehrheit.

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Warnung vor politischen Unruhen

"Ich danke Gott und dem honduranischen Volk für diesen Triumph", schrieb Hernández nach der Bekanntgabe der ersten offiziellen Zahlen auf Twitter. Castro hatte sich ihrerseits nach der Veröffentlichung von Wählerumfragen bereits zur Siegerin erklärt. "Ich bin die erste Präsidentin von Honduras", sagte die Ehefrau des 2009 gestürzten Ex-Präsidenten Manuel Zelaya auf einer Pressekonferenz.

Vor der Wahl hatten Funktionäre mehrerer Parteien angekündigt, ein unliebsames Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Beobachter warnten vor politischen Unruhen in dem ideologisch tief gespaltenen Land. Rund 5,3 Millionen Honduraner waren aufgerufen, den Nachfolger von Staatschef Porfirio Lobo zu bestimmen. Neben dem künftigen Präsidenten wurden auch die 128 Abgeordneten des Parlaments und knapp 300 Bürgermeister gewählt.

Überschattet wurde die Abstimmung von einer Gewalttat im Nordosten des mittelamerikanischen Landes: Im Department Gracias a Dios wurden in der Nähe eines Wahllokals mindestens fünf Menschen erschossen.

Weltweit höchste Mordrate

Die Präsidentschaftskandidatin der linksgerichteten Partei Libre, Xiomara Castro (Foto: AFP/Getty Images)

Kommt auf Platz zwei: Xiomara Castro von der linksgerichteten Partei Libre

Hernández hatte den Umsturz gegen Zelaya unterstützt. Im Wahlkampf versprach der 45 Jahre alte Politiker, im Fall eines Sieges Soldaten in den Kampf gegen die notorische Kriminalität zu schicken. Honduras hat die weltweit höchste Mordrate gemessen an der Bevölkerungszahl und zählt zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.

Seit dem Putsch gegen Zelaya ist die Gesellschaft von Honduras tief gespalten. Im Falle eines knappen Wahlergebnisses befürchten Experten politische Unruhen. Rivalisierende Jugendbanden haben Honduras zudem zu dem gefährlichsten Land der Welt gemacht. Auch hat Honduras hat mit großen Wirtschaftsproblemen zu kämpfen, die sich in einer Arbeitslosenquote von rund 40 Prozent niederschlagen.

sti/qu (dpa, afp)

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