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Aktuell Nahost

Homs unter Dauerbeschuss der Assad-Truppen

Das Regime um Syriens Staatschef Assad lässt die internationalen Bemühungen um ein Ende der Gewalt gegen die Bevölkerung völlig kalt. Protesthochburgen wie Homs werden nach wie vor mit schweren Geschützen beschossen.

Wenige Stunden vor Beginn der internationalen Syrien-Konferenz in Tunis haben Regierungstruppen die Hochburgen der Protestbewegung mit unverminderter Härte angegriffen. In Homs wurden fünf Erwachsene, darunter ein Kind, getötet, wie Menschenrechtsaktivisten mitteilten. Der Junge war mit seinem Vater auf der Flucht vor einschlagenden Geschossen im Stadtteil Baba Amro durch Granatsplitter tödlich verletzt worden.

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Syrien-Konferenz will Opposition stärken

Die Millionenstadt wird seit drei Wochen von Truppen des Staatschefs Baschar al-Assad belagert und liegt seither unter schwerem Beschuss. Einige Viertel sind weitgehend zerstört, Hunderte Zivilisten wurden getötet.

Hier wie auch in den Provinzen Hama oder Idlib wird die Lage für die Einwohner immer verzweifelter. Medikamente und Lebensmittel sind kaum noch vorhanden. Landesweit wurden am Donnerstag laut Aktivisten 101 Menschen getötet.

Syrien-Kontaktgruppe konstituiert sich

Zahlreiche Organisationen, auch aus der arabischen Welt, appellierten angesichts der dramatischen Lage an die neue internationale Syrien-Kontaktgruppe, rasch eine Strategie für ein Ende des Blutvergießens zu entwickeln. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF beklagte, dass immer mehr Kinder in Syrien getötet würden.

In der "Gruppe der Freunde des syrischen Volkes", die am Nachmittag offiziell in Tunesiens Hauptstadt Tunis gegründet werden soll, sind mehr als 60 Staaten und Organisationen vereint. Vorbild ist die "Libyen-Kontakgruppe", mit der im vorigen Jahr die Opposition gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi unterstützt wurde.

Westerwelle in Tunis

Zu den Beratungen in Tunis reisten zahlreiche Außenminister der Europäischen Union und der Arabischen Liga an. Deutschland ist durch Ressortchef Guido Westerwelle vertreten. Eingeladen wurde auch die Vertretung der syrischen Opposition im Exil, der Syrische Nationalrat. Russland und China, nach wie vor enge Verbündete des Assad-Regimes, sagten ihre Teilnahme ab.

Um ein Ende des Blutvergießens zu erreichen, holte die Weltgemeinschaft zudem den früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan ins Boot. Er wurde am Donnerstagabend zum neuen Syrien-Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga bestimmt.

se/je (afp, dpa, dapd)

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