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Afrika

Homosexueller in Uganda ermordet

Einer der führenden Schwulenaktivisten in Uganda ist ermordet worden. In dem ostafrikanischen Land kam es in letzer Zeit immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen gegen Homosexuelle.

David Kato engagierte sich für die Rechte von Schwulen (Foto: AP)

David Kato engagierte sich für die Rechte von Schwulen

David Kato wurde offenbar am Mittwoch (26.01.2011) in seinem Haus überfallen und ermordet. Die Polizei erklärte, sie untersuche die genauen Todesumstände noch. Kato hat immer wieder Todesdrohungen erhalten, seitdem er als Schwuler öffentlich geoutet worden war.

Mutmaßlicher Täter festgenommen

Am Donnerstag nahm die Polizei zunächst den Fahrer des 46-jährigen Kato als mutmaßlichen Täter fest. Sie fahnde zudem noch nach dem Hausangestellten, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Ermittler gingen von einem Raubmord aus, da bei dem Festgenommenen mehrere Gegenstände aus Katos Haus gefunden wurden. Es gebe keinen Anlass zu der Vermutung, dass die Ermordung etwas mit seiner Rolle als Aktivist bei der Organisation für sexuelle Minderheiten in Uganda zu tun habe.

Kritik an der Regierung

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) forderte die Polizei auf, den Fall gründlich und unvoreingenommen zu untersuchen. Michelle Kagari, stellvertretende Afrikadirektorin von Amnesty International, sprach von einem "schockierenden Mord" und nannte das Schweigen der ugandischen Regierung zu schwulenfeindlicher und Hass verbreitender Rhetorik in der Öffentlichkeit des ostafrikanischen Landes Besorgnis erregend. "Nun ist mehr denn je die Zeit, den Ugandern zu versichern, dass die Behörden sie vor Drohungen und Gewalt schützen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung." Katos Tod sei ein "schmerzlicher Verlust für die Gemeinschaft der Kämpfer für Menschenrechte", sagte Maria Burnett, eine Afrikaexpertin von Human Rights Watch.

Das ugandische Blatt Rolling Stone hetzte gegen Schwule (Foto: AP)

Das ugandische Blatt "Rolling Stone" hetzte gegen Schwule

Homosexualität illegal

Homosexuelle Beziehungen sind in Uganda, wie in den meisten afrikanischen Staaten, illegal. Wer offen schwul oder lesbisch ist, riskiert nicht nur Diskriminierung, sondern auch Gewalt. Kato hatte erfolgreich Einspruch gegen einen international kritisierten Gesetzentwurf eingelegt, der unter anderem die Todesstrafe für sexuell aktive HIV-positive Homosexuelle vorsah. Er klagte auch gegen das ugandische Boulevardblatt "Rolling Stone", das Ende vergangenen Jahres die Bilder bekennender oder angeblicher Homosexueller mit Namen und Adresse unter der Schlagzeile "Hängt sie auf" veröffentlicht hatte. Katos Bild war damals prominent auf der Titelseite abgedruckt worden.

Autorin: Katrin Ogunsade (dpa, epd)
Redaktion: Christine Harjes