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Top-Thema – Podcast

Homosexuelle im Fußball

Unter dem Motto "Einer von 11 ist schwul" unterstützt der Fußball-Landesverband Mittelrhein Schwule und Lesben im Amateurfußball. In Köln hat sich zum Start der Aktion ein Schiedsrichter geoutet.

Eine Statistik zeigt: Jeder Zehnte ist homosexuell. In der Politik, im Fernsehen – überall ist "schwul sein" mittlerweile gesellschaftlich anerkannt. Beim Fußball nicht. Der nordrhein-westfälische Fußballverband Mittelrhein stellt sich deshalb hinter die homosexuellen Spielerinnen und Spieler. Für den Liga-Schiedsrichter Hilko Paulsen war es nicht selbstverständlich, dass seine Homosexualität akzeptiert wurde.

Als er einmal mit seinem Freund durch die Stadt lief, traf er einen Kollegen. Paulsen fragte sich: "Oh Gott, was denkt der bloß jetzt? Nachher hat er mich darauf angesprochen, mich bekräftigt und gesagt: Das ist gut so." Der Schiedsrichter hat nach seinem Coming-Out vom Verband und von den Kollegen Unterstützung bekommen. Auf dem Fußballplatz hat ihn noch kein Spieler beleidigt.

Doch das ist nicht überall so. Viele Fußballer führen ein Doppelleben, vor allem in den oberen Ligen. Je größer die Stadien und je mehr Geld im Spiel ist, desto gefährlicher erscheint das Coming-Out. Auch Schiedsrichter Paulsen hätte sich nicht geoutet, wenn er in einer höheren Liga arbeiten würde.

Vorurteile abbauen – das ist die einzige Möglichkeit, etwas zu ändern, meint Paulsen. Mit Fußball verbindet man einen Männersport, aber: Auf die Idee, dass ein Homosexueller am Stammtisch sitzen könnte, kommen viele nicht. "Es müssen sich mehr Leute outen", fordert Paulsen. "Sie müssen zeigen, dass sie ganz normale Menschen sind – nur dass sie eben keine Freundin mitbringen, sondern einen Freund."


Glossar

Homosexuelle, der – jemand, der jemanden vom gleichen Geschlecht liebt

schwul – so, dass ein Mann einen Mann liebt

Verband, der – hier: die Organisation; der Verein

Lesbe, die – eine Frau, die eine Frau liebt

Amateur/in, der/die – jemand, der etwas nicht als Beruf, sondern als Hobby macht

Schiedsrichter/-in, der/die – die Person, die im Sport darauf achtet, dass die Spieler sich an die Regeln halten

sich outen – öffentlich sagen, dass man homosexuell ist

Statistik, die – eine Liste von Zahlen, die zeigt, wie häufig bestimmte Dinge vorkommen

anerkannt – so, dass die Menschen es normal finden

sich hinter jemanden stellen – jemanden unterstützen

etwas akzeptieren – etwas nicht ablehnen

Liga, die (Plural: Ligen) – eine Gruppe von gleich starken Sport-Mannschaften, die gegeneinander spielen. Man unterscheidet zwischen den oberen Ligen (Bundesligen) und Regional-/Bezirksligen.

jemanden in etwas bekräftigen – jemandem sagen, dass er das Richtige tut

Coming-Out, das – sich als homosexuell → outen

ein Doppelleben führen – hier: sich in der Öffentlichkeit anders benehmen, als man ist

Stadion, das (Plural: Stadien) – eine große Sportanlage mit Zuschauerplätzen

etwas ist im Spiel – es geht um etwas

etwas abbauen – dafür sorgen, dass etwas weniger wird

Stammtisch, der – ein Tisch in der Kneipe für Gäste, die regelmäßig kommen


Fragen zum Text

1. Homosexualität ist im Fußball …

a) besonders häufig.

b) immer noch nicht gesellschaftlich anerkannt.

c) nur in der Bezirksliga verbreitet.

2. Viele homosexuelle Fußballer …

a) führen ein Doppelleben, um nicht geoutet zu werden.

b) haben noch keinen anderen Spieler beleidigt.

c) sind Mitglied im Landesverband Mittelrhein.

3. Der Schiedsrichter Hilko Paulsen fordert, dass …

a) seine Kollegen ihn nicht auf seine Homosexualität ansprechen.

b) es mehr homosexuelle Spieler in der Bundesliga geben muss.

c) sich viel mehr homosexuelle Fußballspieler outen.

4. Wenn jemand einen anderen Menschen bei etwas unterstützt, dann …

a) hat er sein Coming-Out.

b) stellt er sich hinter ihn.

c) führt er ein Doppelleben.

5. Für Hilko Paulsens Kollegen ist seine Homosexualität etwas ganz Normales. Er ist also …

a) bekannt.

b) unterstützt.

c) akzeptiert.

Arbeitsauftrag

Versetzen Sie sich in die Lage eines homosexuellen Fußballspielers. Schreiben Sie einen kurzen Brief an den Verband Mittelrhein, in dem Sie Ihre Auffassung zur Aktion "Einer von 11 ist schwul" schildern. Benutzen Sie möglichst Vokabeln aus dem Glossar des Textes.

Autor/in: Olivia Fritz/Lukas Völkel

Redaktion: Raphaela Häuser

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