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Wirtschaft

Holzraubbau und Brandrodung bedrohen Sumatras Urwald

Profitgier und Rohstoffhunger haben Sumatras Regenwald, der vor 100 Jahren noch fast das ganze Land bedeckte, stark dezimiert. Die lokale Bevölkerung profitiert kaum vom großen Geschäft.

Regenwald, Quelle: DW

Der Regenwald, Schutzraum für Tausende gefährdeter Arten

Die Regenzeit hat spät begonnen in Sumatra – jetzt aber schüttet es umso heftiger. Spät abends erreicht der Jeep über endlose Schlaglochpisten das Dorf Bukit Lawang im Norden der Insel. Bukit Lawang ist der letzte Vorposten der Zivilisation am Rande des Gunung Leuser Nationalparks, der zwischen den Provinzen Aceh und Nordsumatra liegt: Die Nacht ist pechschwarz – der Boden ist durchweicht und voller Pfützen. Der Regen stürzt wie aus geöffneten Schleusen vom Himmel. Rinnsale fließen zu Sturzbächen zusammen und vereinigen sich schließlich im Fluß Bohorok, der mit wachsender Gewalt aus dem Urwald heraus donnert.

Wenige Minuten später ist das Unwetter zu Ende. Das Rauschen des Flusses wird leiser, und schon einige hundert Meter vom Ufer entfernt erwacht der Regenwald vielstimmig zum Leben. In zahllosen Pfützen, Tümpeln und Bächen melden sich die Bewohner zu Wort. Frösche und Zikaden erfüllen die Nacht mit ihrem Geschrei. Die Artenvielfalt im tropischen Regenwald Indonesiens ist einzigartig. Pflanzen, Vögel, Insekten, Reptilien – bis heute werden immer noch neue Arten entdeckt, während andere bereits vom Aussterben bedroht sind.

Eingang zum Gunung Leuser-Nationalpark, Quelle: DW

Eingang zum Gunung Leuser-Nationalpark

Am nächsten Morgen dampft der Boden in der aufgehenden Sonne. Schwüle Hitze macht sich in der kleinen Dschungel-Lodge breit, von der aus ein Trampelpfad direkt in den Urwald führt. Anton, ein erfahrener Waldläufer, führt mich in eines der letzten unberührten Waldgebiete Indonesiens.

Begegnung mit Orang Utans

Ab hier soll der geschützte Teil des Gunung Leuser Nationalparks beginnen, doch längst schon nagt die Zivilisation an seinen Rändern. Holzstümpfe ragen aus dem feuchten Gras, und an hohen weißlichen Bäumen ist unten mit Draht eine Kokosnussschale festgebunden.

Das ist Kautschuk, klärt Anton auf, schon in der Kolonialzeit vor mehr als 60 Jahren sind riesige tropische Regenwaldflächen dieser ertragreichen Pflanze gewichen. Kautschukplantagen begründeten neben Gewürzen den Reichtum der niederländischen Kolonialherren. Und noch heute ist Kautschuk ein wichtiger Exportartikel. Nach einer Stunde Fußmarsch wird der Wald dichter und dichter. Der Himmel verbirgt sich hinter riesigen Baumkronen. Der Boden ist feucht und dumpf unter unseren Schritten. In das Geschrei aus vielerlei Vogelkehlen, mischt sich das Rauschen der Blätter. Kein Wind geht, und doch bewegen sich die Äste. Auf einen Wink von Anton hin bleibe ich stehen. Wenige Meter über mir starren große braune Augen auf die unwillkommenen Besucher.

Orang Utan im Gunung Leuser-Nationalpark, Quelle: DW

Der Leuser-Park ist Schutzraum für bedrohte Arten

Im Gunung Leuser Nationalpark leben noch einige tausend Exemplare einer bedrohten Spezies. Der Sumatra Orang Utan ist etwas kleiner als seine Artverwandten im benachbarten Borneo. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände dramatisch zurückgegangen. Skrupelloser Holzraubbau hat den Menschenaffen ebenso zugesetzt wie die Unsitte, die Jungen als Haustiere zu fangen. Mittlerweile steht diese Art der Haltung von Orang Utans in Indonesien unter Strafe. Im Rehabilitationszentrum von Bukit Lawang leben heute einige der ehemaligen Gefangenen. Die Orang Utans werden wieder ausgewildert und in ihrem ursprünglichen Lebensraum angesiedelt. Ebenso wie beim Sumatra Tiger hängt ihr Überleben langfristig allerdings von der Weiterexistenz des tropischen Regenwaldes als Lebensraum ab.

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