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Sprachbar

Holz

Holz ist der Rohstoff für Zellstoff, aus dem wiederum Papier hergestellt wird. Holz kann man sägen und hacken und häckseln. Holz kann splittern, es kann wärmen und man kann drauf klopfen. Und darüber sinnieren...

„Ich bin nicht aus Holz.“ Wer das sagt, will sich als (mit)fühlender Mensch verstanden wissen, als gar nicht hart oder gar gefühllos. Klingt wie: Ich habe kein Herz aus Stein. Schon lange wird das Holz gering geschätzt. Warum sonst nennt man einen dummen Menschen wohl „Holzkopf“.

Der falsche Weg

Hochachtung vor dem Holz ist rar. Zwar schaut man bewundernd zu jenen Mitmenschen auf, die aus einem anderen Holz geschnitzt und damit etwas ganz besonderes sind. Doch selten taucht ein Mensch auf wie jener Indianer, der die fehlende Hochachtung vor dem Holz so klar kritisiert: „Erst wenn der letzte Baum gerodet ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“

Da merkt jeder, wie wichtig Umweltschutz doch ist. Solche Sätze werden als weise empfunden, benickt und die Menschheit geht weiter – schnurstracks in die entgegengesetzte Richtung, auf dem Weg vom Holz weg. Paradoxerweise nennt man einen solchen falschen Weg „Holzweg“.

Glück und Geld

Angemerkt sei, dass mit dem anerkennenden „Das ist viel Holz!“ nichts anderes gemeint ist als „Das ist viel Geld!“. Immerhin verstecken sich in dieser Gleichsetzung noch Reste der einstigen Hochschätzung des Holzes. Auch, dass die Bitte um Glück sich gerne äußert als „dreimal auf Holz geklopft“. Da schwingt noch Magie im Holz mit.

Andere behaupten, das Klopfen auf Holz stamme von den frühen Mineningenieuren, den Mineuren, welche die Stollen mit Holz abgestützt haben. Jedes Mal vor Betreten eines Stollens klopften sie an das Holz der Stützen um zu kontrollieren, ob das Holz noch in gutem und tragfähigem Zustand war. Ein dumpfer Ton war und ist der sichere Hinweis auf nasses, morsches, verfaultes Holz, ein heller Ton bedeutet gutes, trockenes Holz.

Umwerfend!

„Gut Holz!“ So begrüßen sich die Kegelsportler und wünschen sich so viel Glück beim Kegelumwerfen. Wer – um beim Sport zu bleiben – allerdings beim Fußball „holzt“, der spielt nicht gut, und schön schon gar nicht. Er tritt wahllos nach allem, was sich bewegt, und gebiert sich auf dem Spielfeld so gefährlich wie eine wildgewordene „Axt im Walde“. Kurzum, er spielt brutal. Zumindest spielt er ungeschickt. Hölzern.

Wessen Benehmen als hölzern gilt, der schafft es beispielsweise, jedes Gespräch zum Stocken zu bringen. „Vom Hölzchen auf’s Stöckchen kommen“ ist allerdings eine Redewendung, die damit wenig zu tun hat. Vielmehr bedeutet sie, dass jemand in seinem Redefluss nicht zum Punkt kommt, sondern ziellos und wendungsreich weiterplappert.

Schlafende Sägen

Er sägt. Der Mann sägt. Der Mann sägt ganze Wälder um. Zum Verständnis: Der Mann schläft. Der Mann schläft laut. Er schnarcht. Ja, es sind meistens Männer, die sägen bzw. schnarchen. Frauen sind da anders. Sind sie deswegen nicht aus dem gleichen Holze geschnitzt? Nicht unbedingt. Dieses Bild bezieht sich auf charakterliche Übereinstimmungen zwischen Menschen, Seelenverwandtschaften.

Aber bleiben wir bei den Äußerlichkeiten. Alleiniges Vorrecht der Frauen ist es „Holz vor der Hütte“ zu haben. Das bedarf der Erläuterung, an deren Anfang die Hütte steht. Oder besser: das Bauernhaus. Und vor der Hütte, gut vor Wind und Wetter geschützt, stapeln sich die Holzvorräte, das Brennmaterial für den Winter. Je mehr Holz, desto respektabler das Anwesen.

Holz vor der Hütte

Heute steht das Holz noch immer vor der Hütte, aber genauso respektabel als Sprachbild für Damen mit beträchtlicher Oberweite. Dieses „Holz“ wird übrigens auch dadurch nicht kleiner, wenn die Dame einen Mann hat, der nachts „sägt“. Dennoch: Schützen wir das Holz, auf das es auch in Zukunft genug geben möge. In jedem Wald. Vor jeder Hütte...


Fragen zum Text

Wie nennt man einen falschen Weg?

1. Steinweg

2. Baumweg

3. Holzweg

Wer begrüßt sich mit „Gut Holz“?

1. Damen, die viel Holz vor der Hütte haben

2. Kegelsportler

3. Mineningenieure

Welche drei Redensarten gibt es nicht?

1. „Das ist viel Holz!“

2. „Gut geholzt ist halb gewonnen.“

3. „Vom Hölzchen auf’s Stöckchen kommen“

Arbeitsauftrag

Holz - wir stellen Papier daraus her, wir verheizen es, wir benutzen es zum Bauen von Häusern und von Möbeln. In kürzester Zeit werden ganze Wälder abgeholzt, doch ein Baum braucht Jahre um zu wachsen. Schreiben Sie eine Liste mit Gegenständen, die aus Holz sind oder für deren Herstellung Holz verwendet wird. Diskutieren Sie dann in der Klasse darüber, wie man Holz sparen und Wälder schützen könnte.

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