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Kultur

Holocaust - Wider das Vergessen

Es wird noch lange andauern, bis der Prozess der NS-Historisierung abgeschlossen ist. Die erste große Holocaust-Ausstellung in Berlin möchte ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg sein.

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"Inferno" (1946), eine Skulptur von Fritz Koelle für die KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 20. Januar 1942 beschlossen Beamte des nationalsozialistischen Regimes unter Leitung des Chefs der Sicherheitspolizei, Reinhard Heydrich, die so genannte "Endlösung der Judenfrage". Eine Villa am Berliner Wannsee war der Ort, an dem die Konferenz stattfand, die allgemein als die organisatorische Grundlage des Völkermordes an sechs Millionen Juden betrachtet wird.

Jan-Philipp Reemtsma, dessen Wehrmachtssausstellung erst vor wenigen Tagen zu Ende gegangen ist, hatte die künftig unentwegte Wiederkehr des Themas NS-Zeit prognostiziert. Die Besucherzahlen seiner Ausstelllung geben ihm Recht: rund 47.500 Interessierte waren gekommen.

Die "Endlösung" und ihre neue Darstellung?

Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin zeigt nun eine große Ausstellung über den Holocaust - die erste dieser Art in Deutschland. "Holocaust - Der nationalsozialistische Völkermord und die Motive seiner Erinnerung" dokumentiert 60 Jahre nach der berüchtigten Wannsee-Konferenz die Deportation und Ermordung der Juden Europas. Spät, wenn man bedenkt, dass andernorts auf der Welt längst Holocaust-Museen existieren.

Der Historiker Hans Mommsen hatte vor einer zu stark spezialisierten Darstellung des Holocausts gewarnt hatte, wie sie von britischen und amerikanischen Historikern seit einigen Jahren betrieben werde. In der "Süddeutschen Zeitung" (14.01.2002) stellte er vor allem folgende Forderung an die Ausstellung im Kronprinzenpalais: Der Eindruck, der Holocaust habe sich "fern im Osten" abgespielt, müsse endgültig ausgeräumt werden.

Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung

Die Ausstellung, die das DHM gemeinsam mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, der Stiftung Topographie des Terrors, mit dem Deutsch-Russischen Museum Karlshorst und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten vorbereitet hat, zeigt neben dem brutalen Völkermord auch auf, wie man sich in Deutschland und im Ausland nach 1945 mit dem Holocaust als Teil der deutschen Geschichte auseinandergesetzt hat.

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