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Zeitzeuge

Holocaust-Überlebender Adolf Burger gestorben

Der oscarprämierte Film "Die Fälscher" basiert auf seinen Erinnerungen. Adolf Burger wurde von den Nazis zur Arbeit in der berüchtigten Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen gezwungen. Jetzt starb er mit 99 Jahren.

Der Holocaust-Überlebende Adolf Burger, einer der letzten Zeitzeugen der NS-Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, sei am Dienstagabend im Alter von 99 Jahren in Prag gestorben, berichten der öffentlich-rechtliche tschechische Rundfunk und die Zeitung "MF Dnes" unter Berufung auf die Tochter und den Schwiegersohn des Verstorbenen. 

Burger war mit anderen jüdischen KZ-Häftlingen in Sachsenhausen in Oranienburg, nördlich von Berlin, gezwungen worden, millionenfach Pfund- und US-Dollar-Scheine zu fälschen. Über die wohl größte Falschgeldaktion der Geschichte, die auch unter der Bezeichnung "Unternehmen Bernhard" bekannt wurde, schrieb Burger später das Buch "Des Teufels Werkstatt".

"Von hier kommst du nie lebendig raus"

Seine Erinnerungen dienten als Vorlage für den Spielfilm "Die Fälscher". Der Film des österreichischen Regisseurs Stefan Ruzowitzky gewann 2008 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Die Nationalsozialisten hatten Burger wegen seiner Kenntnisse als Buchdrucker zur sogenannten Aktion Bernhard abkommandiert. Seine Gedanken, als er dort eintraf, beschrieb er so: "Von hier kommst du nie lebendig raus. Eine vom Nazi-Staat errichtete Geldfälscherwerkstatt bedeutet ein Staatsgeheimnis, dessen Zeugen nur der Tod erwartet."

Von den Amerikanern befreit

Die US-Armee befreite Burger, der am 12. August 1917 im heute slowakischen Velka Lomnica zur Welt gekommen war, kurz vor Kriegsende. Er kehrte daraufhin in die damalige Tschechoslowakei zurück. Seine Frau überlebte den Holocaust nicht.

Als Zeitzeuge war Burger bis ins hohe Alter zu Gast in Schulen und sprach vor Jugendlichen über seine Erlebnisse in der NS-Zeit. 

gri/haz (dpa, Wikipedia)