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Top-Thema – Podcast

Hollywood streikt: "Ich kann nicht lustig sein"

Ohne ein gutes Drehbuch gibt es keinen guten Film, doch die Drehbuchautoren bleiben meist im Hintergrund. Vom Ruhm bekommen sie wenig ab – vom Gewinn noch weniger.

Menschen streiken vor einem Gebäude

Was ist Hollywood ohne die kreativen Autoren?

"No more words!" und "Pens down!" stand auf den Schildern der Streikenden. In Hollywood legten tausende Drehbuchautoren ihre Arbeit nieder und gingen zum Streik auf die Straße. Sie fordern einen höheren Anteil an den Gewinnen der Traumfabrik. Zwar wurde vor dem Streik noch so viel wie möglich gedreht, doch es besteht die Gefahr, dass TV-Serien aus Mangel an neuen Geschichten den Sendebetrieb stoppen.

Die amerikanischen Fernsehzuschauer bekamen den Streik noch am gleichen Tag zu spüren. Die beliebten Late Night Shows von Jay Leno und David Letterman fielen aus. Man möchte meinen, dass sich diese Profis nach mehr als 20 Jahren Show auch allein auf die Bühne trauen. Aber nein, "ohne Autoren kann ich nicht lustig sein. Ohne sie bin ich ein toter Mann", erklärte Leno den Reportern.

Mit Film und Fernsehen macht die amerikanische Unterhaltungsindustrie jedes Jahr Gewinne in Milliardenhöhe. Die Produzenten, Regisseure und Stars werden wie Könige behandelt und gut bezahlt. Doch dass die Kreativität der Autoren die Grundlage jeder Film- oder Fernsehproduktion ist, wird dabei oft vergessen. Sie sollen pünktlich eine Geschichte abliefern und mit einem kleinen Stück vom Kuchen zufrieden sein.

Hollywood liebt den Glamour, seine kreativen Autoren liebt es nicht. Die Hollywood-Satire "The Player" nimmt sich dieser Thematik an. In einer Szene des Films äußert ein Produzent seine Meinung über Autoren: "Ich dachte mir, wie interessant es wäre, die Autoren aus dem kreativen Prozess zu verbannen. Wenn wir nur irgendwie diese Autoren loswerden könnten, das wäre doch was."


GLOSSAR

Drehbuchautor – jemand, der die Geschichte und die Dialoge für einen Film schreibt

No more words! Pens down! – engl.: Keine weiteren Wörter! Runter mit den Stiften!

streiken – die Arbeit unterbrechen, um gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu protestieren

die Arbeit niederlegen – die Arbeit abbrechen

Traumfabrik, die – scherzhafter Name für die Filmindustrie in Hollywood

drehen – hier: einen Film oder eine Sendung produzieren

etwas zu spüren bekommen – die Wirkung von etwas merken

Late Night Show, die – eine Unterhaltungssendung, die spät am Abend läuft

Produzent, der – jemand, der einen Film produziert und dafür die Verantwortung trägt

Regisseur, der – jemand, der einen Film künstlerisch umsetzt

Kreativität, die – künstlerische Begabung; fantasievolle Arbeit

Grundlage, die – Basis

Glamour, der – Ruhm, Glanz

Satire, die – hier: ein Film, der die Wirklichkeit humorvoll und übertrieben darstellt

sich einer Sache annehmen – sich mit etwas beschäftigen

verbannen – ausschließen; heraushalten


Fragen zum Text

Wofür demonstrieren die Drehbuchautoren?

1. Für eine bessere Bezahlung.

2. Für mehr Ideen.

3. Für eigene Rollen in Filmen.

Was bezeichnet man als Unterhaltungsindustrie?

1. die Telefonbranche

2. die Film-, Fernseh-, und Musikbranche

3. die Restaurant- und Hotelbranche

Was bedeutet der Satz "Die Drehbuchautoren sollen mit einem kleinen Stück vom Kuchen zufrieden sein"?

1. Sie sollen zufrieden sein, wenn sie Kuchen statt Geld bekommen.

2. Sie sollen mit einem geringen Lohn zufrieden sein.

3. Sie sollen während der Arbeit nicht zu viel Kuchen essen.

Arbeitsauftrag

Bilden Sie Zweiergruppen und spielen Sie ein Gespräch:

Drehbuchautor/in: Sie hätten gerne mehr Geld für Ihre Arbeit und drohen mit Streik.

Filmproduzent/in: Sie sind gegen eine höhere Bezahlung der Drehbuchautoren.

Sammeln Sie zunächst – am besten schriftlich – einige Argumente für Ihre Position, diskutieren Sie miteinander und versuchen Sie dann, gemeinsam eine Lösung zu finden.

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