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Kultur

Hollywood-Streik bedroht die Golden Globes

Die Verhandlungen der Hollywood-Studios mit ihren Autoren liegen seit Wochen auf Eis. Nun soll auch die Golden-Globe-Verleihung bestreikt werden. Derweil konnten die Late-Night-Shows von Letterman und Leno wieder senden.

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Hollywood-Autoren sind ungehalten

Die Autorengewerkschaft WGA kündigte am Mittwoch (03.01.2007) in Los Angeles an, sie werde die große Gala zur Golden-Globe-Verleihung am 13. Januar bestreiken. Zur Begründung hieß es, die Firma Dick Clark Productions, die die Zeremonie organisiert, gehöre zu den bestreikten Unternehmen, da auch sie ihre Autoren ausbeute.

Die Fernseh-Übertragung der Golden-Globe-Verleihung wurde im vergangenen Jahr von 20 Millionen Menschen angesehen. Die Übertragungsrechte stellen für die Verleihung der Preise eine entscheidende Einnahmequelle dar, so dass die Veranstalter die Show vermutlich auch im Fall eines teilweisen Boykotts durch die Autorengilde senden müssten.

Das Streikposten-Problem

Glenn Close, Quelle: AP

Glenn Close möchte keine Streikbrecherin sein

Dick Clark Productions hatte in den vergangenen Wochen fieberhaft versucht, in eigenen Verhandlungen mit der WGA zu erreichen, die Verleihung der renommierten Golden Globes vor Streikaktionen zu bewahren. Dies scheint nun gescheitert.

Die Produktionsfirma fürchtet vor allem, dass die Gala durch Streikposten behindert werden könnte. Viele Stars würden dadurch in einen Konflikt gestürzt. So erklärte die für einen Preis nominierte Schauspielerin Glenn Close bereits: "Ich würde niemals eine Streikpostenkette durchbrechen."

Doch nicht nur das drohende Fernbleiben der Stars bedroht die Veranstaltung: Die Reden der Moderatoren werden üblicherweise auch von Drehbuchautoren verfasst.

3000 Autoren

Die WGA betonte erneut, sie befinde sich in einem äußerst wichtigen Arbeitskampf, der das Einkommen und die Eigentumsrechte nachfolgender Generationen von Drehbuchautoren sichern solle. "Wir werden weiterhin alles in unserer Macht stehende tun, um die Verhandlungen der Branche zu einem fairen Abschluss zu bringen", hieß es in einer Mitteilung.

Mehr als 3000 US-Drehbuchautoren für Film und Fernsehen sind seit dem 5. November im Streik. Die WGA fordert für ihre 12.000 Mitglieder eine höhere Beteiligung an DVD-Tantiemen sowie an den Einnahmen bei neuen Medien wie Internet und Mobilfunk. Es ist der erste Autorenstreik seit fast 20 Jahren.

Dank Wahlkampf wieder On-air

Derweil gingen die seit Wochen unterbrochenen Talksendungen von David Letterman und Jay Leno mit prominenten Gästen erstmals wieder auf Sendung. Die demokratische Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton eröffnete am Mittwoch Lettermans "Late Show". Die Produzenten hatten sich mit der WGA geeinigt, so dass Clinton keine Streikpostenkette durchbrechen musste.

Lenos "Tonight Show" ging ohne Autoren wieder auf Sendung. Gast war der republikanische Präsidentschaftsanwärter Mike Huckabee. Dieser lehnte einen Aufruf der Streikenden ab, seinen Auftritt abzusagen. Gleichzeitig bekundete der Republikaner den streikenden Autoren seine Solidarität.

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