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Filme

Hollywood im Ruhrpott

Rund 130 Filmschaffende gingen jetzt auf eine "Location-Tour" quer durch das Ruhgebiet, um neue, spannende Drehorte zwischen Dortmund und Duisburg zu finden. Der Grund: Hier sollen bald große Filme gedreht werden.

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Filmkulisse Landschaftspark Duisburg-Nord

"Wir wollten mit unserer Tour auf die filmischen Möglichkeiten und die ungewöhnlichen Drehorte des Ruhrgebiets neugierig machen", sagt Tanja Güß von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen. Die Filmstiftung hat in diesem Jahr 71 Filmprojekte mit insgesamt 60 Millionen Mark (30,67 Millionen Euro) gefördert. Auch Hollywood ist schon auf das Ruhrgebiet aufmerksam geworden. Ein Beispiel: In der gerade abgedrehten amerikanischen Produktion "Bookies" verwandelte sich die Ruhr-Universität Bochum in eine US-Uni, in der Studenten ein illegales Wettbüro unterhalten.

Strukturwandel im Ruhrpott

Das Ruhrgebiet ist ein etwa 70 km langer und 30 km breiter Landstreifen in Nordrhein-Westfalen. Die Orte sind zu einer riesigen Stadt zusammengewachsen. Mit 5,2 Millionen Einwohnern ist das Ruhrgebiet die am dichtesten besiedelte Region und eines der größten Industriegebiete in Europa. Seit über 20 Jahren unterliegt die Ruhrwirtschaft einem Strukturwandel: die Kohle- und Stahlindustrie wird nach und nach abgelöst von modernen Industrien wie Maschinenbau und Elektronik. Viele alte Zechen, die mittlerweile leer stehen, werden heute für Kulturveranstaltungen aller Art genutzt.

Schon lange spiegelt die Krimi-Romantik mit rauchende Schloten und schäbigen Hafenecken nicht mehr alleine die Wirklichkeit des Ruhrgebiets wieder. Neben den zahlreichen Industriedenkmälern und restaurierten Zechengeländen locken neuerdings auch futuristische Neubauten Filmproduzenten in den Ruhrpott, wie das vom britische Architekt Sir Norman Foster entworfene Telematikforum im Duisburger Mikro-Elektronik-Center. Das Gebäude bietet sich perfekt als Science-Fiction-Kulisse an.

Filmcrews sind willkommen

Der Geheimfavorit für einen neuen Drehort ist der Rheinelbe-Wissenschaftspark in Gelsenkirchen. "Diese Location verbindet alles, was sich ein Filmemacher wünscht: Moderne, Romantik und Historie", glaubt Markus Mischkowski, Drehbuchautor und Regisseur aus Köln. Begeistert sind die Filmleute von der 300 Meter langen und 15 Meter hohen Glasarkade und der 2000 Quadratmeter großen Solarkonstruktion auf dem Dach. Von der Holzbrücke, die vor dem Wissenschaftspark über einen künstlichen See führt, reicht der Blick bis zu sanierten Zechengebäuden. "Die Filmcrews sind willkommen und wir wollen alles möglich machen", sagen die Betreiber des Parks. Die zahlreichen Büroräume könnten sogar kurzfristig für Requisite und Maskenbildner freigemacht werden.

"In den vergangenen drei Jahren ist das Interesse der Filmemacher am Ruhrgebiet deutlich angestiegen", weiß Manfred Gutzmer, Pressesprecher der Stadt Bochum. Nicht zuletzt hat auch die Internationale Bauausstellung, die bis 1999 im Ruhrgebiet lief, auf die baulichen Schätze der Region aufmerksam gemacht. Ein Objekt wollen die Filmschaffenden besonders gerne nutzen: Die Fußballarena auf Schalke.

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