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Kultur

"Holleri du dödel di"

Schon Loriot wusste: So ein Jodeldiplom ist etwas fürs Leben, da hat man was Eigenes. Und obendrein gibt's das ganz bequem von zu Hause aus: Ein Online-Kurs vermittelt stilechtes Jodeln in zehn Lektionen.

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Wer das Alphorn verschmäht, kann stattdessen das Jodeln lernen

Hendrik V. aus Belgien, Florian Widner aus dem österreichischen Zillertal und Natalie Setzer aus den USA kennen sich wahrscheinlich nicht, doch haben sie eines gemeinsam: Den "Yodel Award" von Gerhard Katholnigg. Der 66-Jährige aus Geretsried bei München kann selbst zwar nicht jodeln, aber dafür wollte der Volksmusik-Liebhaber Menschen auf der ganzen Welt die Möglichkeit eröffnen, die bayerische Gesangskunst übers Internet zu erlernen.

Schritt für Schritt zur "hohen Kunst"

Unter www.jodelkurs.de bietet er einen Kurs in zehn Schritten und fünf verschiedenen Sprachen an. Gestartet wird in Lektion Eins mit einem "Hodl-o-uu-dii" auf ein und derselben Stimmhöhe. Eine einfache Angelegenheit, möchte man meinen, wenn man sich Wortlaut und Noten ansieht. Spätestens beim Anhören des entsprechenden Parts - durch einen Klick auf den nebenstehenden Button - merkt allerdings auch der absolute Laie, dass richtiges Jodeln anders klingt als das Nachsingen von ein paar Noten.

Lektion für Lektion werden die Anforderungen höher geschraubt. Ein Begleittext erläutert, was in den Übungen erlernt und wann geatmet werden soll. In der fünften Stufe aufmunternde Worte: "Ganz toll! Sie haben es bis hierher geschafft. Jetzt kommt noch der letzte Feinschliff." Der dauert weitere fünf Stufen. Doch so weit schaffen es anscheinend die wenigsten: "Viele erzählen, dass sie nach der fünften Lektion nicht weiter kommen",sagt Katholnigg.

Gelehrige Schüler aus aller Welt

Seit er vor knapp drei Jahren den Internetkurs erstmals anbot, erhält der gebürtige Grazer per E-Mail Reaktionen auf seinen Jodelkurs aus der ganzen Welt. Darüber knüpfte er unter anderem Kontakte nach Australien, Kanada, Norwegen, Österreich, die Niederlande und die Schweiz. Einmal wurde er auch zu einem Schweizer Jodel-Wettbewerb eingeladen. Besonders freute er sich allerdings über das Lob eines Gesangslehrers aus Österreich.

Außer Hendrik V., Florian und Natalie wagte es allerdings noch niemand, seine Gesangskünste einzuschicken - als "Belohnung" gibt esdann im Gegenzug den elektronischen "Yodel Award". "Die meisten haben keine Courage oder glauben nicht, dass sie Erfolg haben könnten",bedauert Katholnigg. Seit dem 19. April 2002 führt er eine Statistik, die die Beliebtheit seiner Seite bezeugt: Annähernd 8000 Menschen besuchten seine Seiten seither, allein am 25. Juni - dem Spitzentag - waren es 450. Mehr als die Hälfte der Besucher kommen demnach aus Deutschland, es folgen die USA, Österreich und die Schweiz. "Ich hätte nie gedacht, dass das so populär wird", sagt Katholnigg.

Aus Jux und Dollerei ...

Im Grunde habe er die Seite zum Spaß ins Internet gestellt. "Und weil ich ein Mensch bin, der nie Ruhe gibt", räumt der langjährige Hard- und-Software-Berater ein. Seit er vor ein paar Jahren in Rente ging, erstellt er mit Vorliebe Internetseiten, meist für Freunde und Bekannte. "Ich wollte auch was Ausgefallenes ins Internet stellen", erzählt der Jodel-Fan. Als er über eine Suchmaschine auf einen Jodel-Internetkurs eines Amerikaners Norman Gwoltney stieß, wusste er, was sein nächstes Projekt werden sollte. Die Sounddateien schickte ihm Gwoltney, zu dem ein Link von Katholniggs Seite führt. Die Gestaltung und die pädagogische Aufbereitung übernahm er selbst. (ddp/arn)

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