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Welt

Hollande tritt gegen Sarkozy an

In Frankreich haben die Bürger entscheiden, wer sozialistischer Herausforderer von Präsident Sarkozy bei der Wahl im kommenden Jahr wird: nicht Parteichefin Martine Aubry, sondern ihr Amtsvorgänger François Hollande.

François Hollande mit roter Nelke im Knopfloch (Foto: AP)

François Hollande - der nächste Präsident Frankreichs?

In Frankreich fand am Sonntag (16.10.2011) die Stichwahl für die Kandidatur der französischen Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr statt. In fast 10.000 Wahllokalen konnten sich die Anhänger der Partei zwischen dem früheren Parteichef François Hollande und der Bürgermeisterin der nordfranzösischen Stadt Lille, Martine Aubry, entscheiden. Stimmberechtigt waren alle Franzosen, die sich zu den Zielen der politischen Linken bekennen und einen Euro Unkostenbeitrag entrichten. Insgesamt nahmen drei Millionen Menschen an der Abstimmung teil.

Hollande in Führung

Porträt von Martine Aubry (Foto: AP)

Martine Aubry hat ihre Niederlage eingestanden

Nach Auszählung der meisten Wahlzettel kam der ehemalige Vorsitzende der Sozialisten in Frankreich, François Hollande, auf 56 Prozent der Stimmen und hat damit die Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur der größten Oppositionspartei klar gewonnen. Der 57-Jährige war als Favorit in die Stichwahl gegen die derzeitige Parteichefin Martine Aubry gegangen, die 44 Prozent der Stimmen erhielt.

Hollande war im ersten Durchgang am vergangenen Sonntag bei fünf Mitbewerbern auf einen Anteil von 39 Prozent der Stimmen gekommen, auf Aubry entfielen gut 30 Prozent. Da sich die übrigen vier Mitbewerber alle für Hollande aussprachen, wuchsen dessen Chancen für einen klaren Sieg erheblich. Die derzeitige Parteivorsitzende Aubry hatte zuletzt jedoch in den Umfragen aufgeholt, so dass zunächst ein knappes Rennen erwartet wurde. Am Sonntagabend gestand sie dann ihre Niederlage ein: "Hollande ist unser Kandidat für 2012", sagte die Parteichefin. "Ich werde alle meine Energie und meine Kraft einsetzen, damit er in sieben Monaten der neue Präsident wird".

Die 61 Jahre alte Aubry ist vor allem für das von ihr vorangetriebene Gesetz für die 35-Stunden-Woche in den 1990ern bekannt. Ihr Vorgänger Hollande ist der ehemalige Lebensgefährte der vorigen Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten, Ségolène Royal, und gilt als Verfechter einer stärkeren Integration mit Europa. Beide haben sich eine Reduzierung der Staatsschulden auf die Fahnen geheftet, ohne aber Dogmen der sozialistischen Partei fallen zu lassen - wie etwa den Schutz der Bürger vor der Fluktuation der Finanzmärkte und die Besteuerung der Reichen.

Sarkozy hält sich bislang bedeckt

Nicoloas Sarkozy winkt (Foto: AP)

Nicolas Sarkozy hat sich noch nicht geäußert

Das Verfahren, Anhänger der Partei über die Kandidaten entscheiden zu lassen, ist in Frankreich neu. An der ersten Runde und zweiten Runde beteiligten sich gut 2,5 Millionen Menschen. Hollande zeigte sich zufrieden: "Die Vorwahl war ein enormer demokratischer Erfolg", sagte er am Sonntagabend.

Bei der konservativen Regierung rief die Kandidatenkür ein geteiltes Echo hervor. Während Premierminister François Fillon den Sozialisten ein "modernes" Verfahren bescheinigte, vertrat Präsident Nicolas Sarkozy die Ansicht, es widerspreche dem Geist der 1958 gegründeten Fünften Republik. Sarkozy dürfte sich im kommenden Jahr um eine Wiederwahl bewerben, hat dies aber noch nicht offiziell angekündigt. Die Werte von Amtsinhaber Sarkozy hielten sich zuletzt rund um die 30 Prozent.

Autorin: Annamaria Sigrist (dpa, afp, dapd, rtr )

Redaktion: Michael Wehling

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