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Aktuell Europa

Hollande gewinnt Unterstützung des Liberalen Bayrou

Präsident Sarkozy hatte selbst auf die Hilfe des populären Liberalen Bayrou gehofft: Doch diesen schreckte das Buhlen Sarkozys um die Rechtsextremen ab. Bayrou kündigte nun an, den Sozialisten Hollande zu wählen.

Francois Hollande (L), und Francois Bayrou begrüßen sich (Foto: REUTERS)

Francois Bayrou und Francois Hollande

Im großen TV-Duell verpasste Amtsinhaber Nicolas Sarkozy die Chance, seinen Herausforderer Francois Hollande entscheidend bloßzustellen - nun muss er im Endspurt des französischen Wahlkampfs gleich eine weitere Schlappe hinnehmen: Die erhoffte Unterstützung durch den in der ersten Wahlrunde ausgeschiedenen Kandidaten Francois Bayrou kommt nicht. Im Gegenteil: Der prominente Zentrumspolitiker wendet sich ab von Sarkozy und gibt vor der Pariser Presse bekannt, im Rennen um das Amt des Staatsoberhaupts am Sonntag den Sozialisten Hollande zu wählen. Es ist das erste Mal in Jahrzehnten, dass sich ein liberaler Kandidat für einen Linken ausspricht.

Entscheidend für die Wende soll das Werben des Konservativen Sarkozy um die Stimmen im rechtsextremen Lager gewesen sein. Sofort nach dem spektakulären Erfolg des Front National unter der rechtsextremen Populistin Marine Le Pen hatte der Präsident begonnen, sich mit den Themen Ausländer und nationale Sicherheit stärker zu profilieren. Sarkozy habe versucht, den rechtsextremen Wählern hinterherzujagen, kritisierte der 60jährige Bayrou. In diesen Werten könne man sich nicht wiederfinden. Eine direkte Wahlempfehlung für Hollande wolle er den Anhängern seiner Partei "Demokratische Bewegung" (MoDem) trotz allem aber nicht geben. Bayrou hatte in der ersten Runde rund neun Prozent der Stimmen erhalten.

Hollande gibt sich siegesgewiss

Valerie Trierweiller und Francois Hollande (Foto:AP)

Der Kandidat der Sozialisten, Hollande, mit seiner 47jährigen Lebensgefährtin Valerie Trierweiler im Wahlkampf

Der in allen Umfragen führende Hollande erklärte in einer ersten Reaktion in Toulouse, Bayrou habe verstanden, dass Sarkozy die Franzosen gespalten habe und es ein Risiko für Frankreich bedeute, ihn für eine zweite Amtszeit zu wählen. Zugleich versicherte Hollande, es habe zwischen ihm und Bayrou keinerlei Absprachen gegeben. Vor einigen zehntausend Anhängern gab sich der Sozialist für Sonntag zuversichtlich. Der Sieg über die Rechten werde nach der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzenten "in Europa als Moment der Hoffnung" aufgenommen werden, sagte Hollande.

Die Rechtsextreme Marine Le Pen, die in der ersten Wahlrunde als Drittplatzierte fast auf 18 Prozent gekommen war, hatte ihre Wähler bereits indirekt zu einem Protestvotum aufgerufen. Weder Sarkozy noch Hollande hätten das Vertrauen der Franzosen verdient. Sie selbst werde "mit einem weißen Zettel" ungültig stimmen. Nach dem TV-Duell erklärte sie, Sarkozy sei schon gescheitert, die Regierungspartei UMP werde zerfallen.

SC/wl (afp,dpa,ap)

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