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Aktuell Welt

Hollande gewinnt die erste Runde der Präsidentenwahl

Der Sozialist Hollande hat die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl für sich entschieden: Der 57-Jährige kommt nach bisherigen Ergebnissen auf gut 29 Prozent vor Amtsinhaber Sarkozy mit rund 26 Prozent.

Auf dem dritten Platz landete die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen. Sie gewann nach Auszählung eines Großteils der Stimmen etwa 19 Prozent. Noch nie hat die rechtsextreme Front National in der ersten Runde einer französischen Präsidentenwahl so viele Stimmen bekommen. Auf den vierten Platz kam Antikapitalist Jean-Luc Mélenchon von der Linksfront mit rund elf Prozent. Überraschend hoch war die Wahlbeteiligung, die nach Schätzungen der Meinungsforscher rund 80 Prozent erreichen dürfte.

Insgesamt bewarben sich zehn Kandidatinnen und Kandidaten um das Amt im Elysee-Palast in Paris. Da keiner von ihnen erwartungsgemäß im ersten Wahlgang die für einen Sieg nötige absolute Mehrheit erreicht hat, kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten: Hollande und Sarkozy.

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Wahl in Frankreich: Hollande klarer Favorit

In diesem Duell werden Hollande gute Siegchancen eingeräumt. Der 57-Jährige könnte damit erstmals seit 1988 wieder eine Präsidentenwahl für die französischen Sozialisten gewinnen.Der Vorsprung in der ersten Runde gilt als psychologisch wichtig, um bis zur Stichwahl zusätzliche Wähler mobilisieren zu können. In der zweiten Runde sehen alle Umfragen Hollande mit rund zehn Prozentpunkten vor dem konservativen Präsidenten Sarkozy, der 2007 noch rund 31 Prozent in der ersten Runde erzielt hatte und zum Ende seiner Amtszeit unbeliebter ist als alle seine Vorgänger. Le Pens Wahlkampfleiter Florian Philippot kündigte an, man werde den Amtsinhaber nicht unterstützen. "Nicolas Sarkozy ist schon erledigt», sagte er. Le Pen werde nun zur Chefin der Opposition.

Präsident Nicolas Sarkozy bei der Stimmabgabe (Foto: Reuters)

Präsident Nicolas Sarkozy bei der Stimmabgabe

Dominierendes Wahlkampfthema waren die Konsolidierung der Staatsfinanzen und die Schuldenkrise in der Euro-Zone. Hollande hat angekündigt, den EU-Fiskalpakt bei einem Wahlsieg nachverhandeln zu wollen. Sarkozy hat wie auch Hollande eine stärkere Rolle der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise gefordert. Für das deutsch-französische Verhältnis erwarten Experten indes auch bei einem Machtwechsel keine tiefgreifenden Veränderungen.

wl/kle(afp,dpa,rtr,dapd)

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